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Mönchengladbach: 20-Jähriger soll Freundin vergewaltigt haben

Mönchengladbach : 20-Jähriger soll Freundin vergewaltigt haben

Dem jungen Mann wird vorgeworfen, seine Freundin massiv bedroht, geschlagen und vergewaltigt zu haben. Besonders nach dem Konsum von Ecstasy sei er aggressiv geworden.

"Wir kennen uns ja noch vom letzten Verfahren", begrüßte der Vorsitzende des Jugendschöffengerichts gestern den jungen Mann (20) auf der Anklagebank. Der Mönchengladbacher nickte nur und konzentrierte sich auf die Verlesung der Anklageschrift. Und die hatte es in sich.

Seit September vergangenen Jahres bis zum 23. Februar soll der Angeklagte seine Freundin in der gemeinsamen Wohnung in Mönchengladbach mehrmals geschlagen und sexuell genötigt haben. Außerdem warf ihm die Staatsanwältin Freiheitsberaubung vor. Inzwischen hatte der Angeklagte seinen puterroten Kopf verlegen zur Seite gedreht. So soll er seine Freundin im September 2013 im Schlafzimmer gewürgt und mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen haben. Mit einem Stift soll der 20-Jährige gedroht haben, sie in die Augen zu stechen. Ein andermal habe der Gladbacher die Freundin zur Karnevalszeit mit Ohrfeigen und Boxhieben traktiert. An dem Tag soll er die junge Frau für zwei Stunden ins Badezimmer eingeschlossen haben. Außerdem soll der Mann die Freundin im Bett gegen ihren Willen zu beischlafsähnlichen Handlungen gezwungen haben. "Ich will Angaben machen", reagierte der Gladbacher auf die massive Anklage. Er streite ja auch nicht ab, sie öfter mal geschlagen zu haben. "Ich kann mich an vieles nicht erinnern, will es aber auch nicht abstreiten", ergänzte er gestern im Gerichtssaal. Aber Faustschläge und blaue Flecke im Gesicht, nein, so etwas habe er doch nicht gemacht. Aber mit einer Schere, da sei schon mal was gewesen. Im Badezimmer habe er sie nicht eingeschlossen. "Ich wollte doch nur mit ihr reden, die wollte abhauen und mich verlassen. Ich habe die Badezimmertür nur zugehalten", verteidigte sich der Angeklagte. Und der erzwungene Sexualkontakt im Bett - das stimme auf keinen Fall. Dann gab der Angeklagte zu, im Streit nach Konsum von Ecstasy aggressiv reagiert zu haben. Die Freunde des Angeklagten hatten ihn in Einzelsituationen erlebt, wenn er ausrastete.

So hatte ein 20-jähriger Student beobachtet, dass die Freundin nach lautem Geschrei mit einem blauen Auge aus dem Schlafzimmer gekrochen sei. Auch ein anderer Freund, ein 19-jähriger Schüler war sich sicher: "Nach Drogenkonsum wurde der Angeklagte aggressiv".

(RP)