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Mönchengladbach: 18-jähriger Dieb muss für anderthalb Jahre hinter Gitter

Mönchengladbach : 18-jähriger Dieb muss für anderthalb Jahre hinter Gitter

Fünf Diebstähle, den Eingriff in den Straßenverkehr und den verbotenen Besitz einer kleinen Menge Marihuana gab der 18-Jährige vor Gericht in Mönchengladbach zu.

"Das mit dem Handtaschenraub war ich nicht", beteuerte der Angeklagte (18) bereits zu Prozessbeginn vor dem Jugendschöffengericht. Zwar sei er am 19. Juli 2014 mit einem Kumpel in Rheydt in der Nähe des Tatortes gewesen. Und er habe sich aus Angst vor der Polizei in einer Spielothek versteckt. Aber er sei es nicht gewesen.

Das Opfer, eine 81-jährige Rheydterin war damals zu Boden gestürzt, als ihr der Dieb an der Gracht die Handtasche entriss. Die Frau erlitt Prellungen und vermisste anschließend ihr Portemonnaie mit 120 Euro. Aber die alte Dame erkannte den Angeklagten nicht, obwohl sie ihn sich gestern genau ansah. Der Dieb habe doch etwas anders ausgesehen. In diesem Fall wurde der Angeklagte, dessen Vorstrafenregister bereits gut gefüllt ist, mangels Beweises freigesprochen.

Fünf Diebstähle, den Eingriff in den Straßenverkehr und den verbotenen Besitz einer kleinen Menge Marihuana gab der 18-Jährige zu. So hatte er zusammen mit seinem Freund in der Nacht zum 20. Juli 2014 aus einem Haus den Autoschlüssel an sich genommen. Anschließend war er mit dem Freund mit dem 55 000 teuren Fahrzeug des Hausherrn verschwunden. Auf der Tour nach Holland seien sie nach einem Unfall von der holländischen Polizei gestellt worden. Vier weitere Diebstähle beging der Angeklagte mit seinem Freund auf der Düsseldorfer Kirmes.

Außerdem hatte ein Polizeibeamter den 18-Jährigen beschuldigt, ihn am 11. August 2014 in Rheydts Innenstadt mit einem führerscheinpflichtigen Motorroller absichtlich angefahren zu haben. Der Polizeibeamte war mit einem schweren Motorrad im Dienst und wollte den Angeklagten kontrollieren. Doch der hielt zwar an, gab dann aber Vollgas und brachte den Beamten mit dem schweren Motorrad in Bedrängnis. Zeugen hatte beobachtet, dass es dem Angeklagten möglich gewesen sei, den Polizisten zu umfahren, statt auf ihn zuzuhalten. Der Angeklagte hatte jede Absicht bestritten. Deshalb kam als Vorwurf fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung in betracht. Am Ende verurteilte ihn das Gericht zu einer Jugendstrafe von anderthalb Jahren. Von Bewährung war keine Rede.

(krü)