Mönchengladbach: 150 Jahre "Huma": Das Gymnasium hat jetzt wieder eine Stiftung

Mönchengladbach: 150 Jahre "Huma": Das Gymnasium hat jetzt wieder eine Stiftung

Die Schule besinnt sich im Jubiläumsjahr auf ihre Traditionen. Ab dem kommenden Jahr wird von den Erträgen des Stiftungsvermögens ein Förderpreis ausgelobt.

Es steht schon im Namen: Stiftisches Humanistisches Gymnasium. Die Schule am Abteiberg hat ihre Entstehung im 19. Jahrhundert verschiedenen Stiftungen zu verdanken. Damals war Mönchengladbacher Bürgern die humanistische Bildung so wichtig, dass sie bereit waren, dafür ihr Geld auszugeben. Ein schöner Zug, finden die Menschen der "Neuzeit" am Gymnasium. Und weil es das Stiftungsvermögen von einst nicht mehr gibt, wagten sie den Versuch, ein neues zu gründen. Das hat geklappt.

"Viele ehemalige Schüler haben uns gesagt: Wir haben so viel Positives an der Schule erfahren, dass wir jetzt gerne etwas zurückgeben wollen", sagt Lehrer Hanspeter Stapper. Aber nicht nur Ehemalige haben zum Stiftungsvermögen beigetragen, auch Lehrer und Freunde des Gymnasiums. Eine Initiativgruppe, zu der die früheren Schüler Eugen Viehof und Herwart Wilms, der Steuerberater Franz-Josef Thelen, die Lehrer Dorit Schroers, Thomas Hollkott und Hanspeter Stapper sowie Schulleiter Heinz-Theo Jacobs gehören, haben es geschafft, ein Stiftungsvermögen von 50 000 Euro zusammenzutragen.

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Die Genehmigung des Regierungspräsidenten ist eingeholt, und das Finanzamt hat die Gemeinnützigkeit anerkannt. Zwar soll das Stiftungsvermögen selbst nicht angetastet werden, dafür aber die Zinserträge. Sie sollen jährlich dazu verwendet werden, Förderpreise für einen Wettbewerb am Stift.-Hum. auszuloben. Bei dem Wettbewerb geht es um Humanismus im weiteren Sinn. Schüler, Ehemalige sowie Freunde und Förderer der Schule sollen sich mit dem "Prinzip Verantwortung" des Philosophen und bedeutendsten Huma-Schülers Hans Jonas auseinandersetzen. Streitschlichtung, Integration von Mitschülern, Aufarbeitung der Schulgeschichte, vernünftiger Umgang mit Ressourcen - das seien Projekte, mit denen man sich um den Förderpreis bewerben könnte, sagt Stapper. Aber auch der ehemalige Schüler, der als Arzt nach Afrika reist, um dort ehrenamtlich Krankheiten zu behandeln, sei ein potenzieller Preisträger.

Konkurrenz zu den beiden Fördervereinen der Schule sei die Stiftung nicht, wie Schulleiter Jacobs versichert. In den Fördervereinen engagierten sich vor allem Eltern von Kindern, die an der Schule sind, in der Stiftung seien es vor allem Ehemalige. Das Vermögen soll übrigens noch aufgestockt werden. Dafür werden weitere Stifter gesucht.

(RP)
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