Erkrath: Zwölf Künstler im Park

Erkrath: Zwölf Künstler im Park

Ehemalige Mitglieder der Gruppe NeanderArt stellen ihren Arbeiten auf der Boulebahn im Bavierpark aus. Der Regen zwingt manchen zum Abbruch. Im Hintergrund schwelt der unschöne Künstler-Streit.

Wo normalerweise Boulekugeln über feinen Kies rollen, stehen diesmal Bilder im Mittelpunkt: Die Ausstellung Art in the Park ist in ihrer dritten Auflage vom Park Morp zum Bouleplatz im Bavierpark umgezogen.

Im Morper Park sei es immer problematisch gewesen wegen der fehlenden Toilette und der wenigen Parkplätze, erläutert Katy Schnee, die mit der Organisation der Veranstaltung befasst war. Ein Dutzend Künstler präsentieren nun auf dem Bouleplatz ihre Arbeiten, wegen des unbeständigen Wetters seien es nicht mehr geworden. Und als gegen halb drei ein Schauer einsetzt, räumen einige bereits ab.

Wasserfeste Farben

Keine Probleme mit dem Regen hat Roland Geisler, der seine wasserbeständigen Bilder mitgebracht hat. Er arbeitet mit Pulverlack auf Aluminium. Diese Spezialtechnik mache seine Bilder sogar feuchtraumbeständig, erzählt er. So hat er bereits Auftragsarbeiten zur Dekoration von Badezimmern gefertigt, sogar für die Veranda seien die Bilder geeignet. Seine Motive: überwiegend abstrakt, wie sein "Wasserfall der Sehnsucht", aber auch einen sehr realistischen Eisvogel hat er dabei.

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Neben Gemälden steht bei "Art in the Park 3" die Fotografie im Mittelpunkt. Sei es mit einem Einblick in eine Moschee in Abu Dhabi, den Ralf Schock gewährt. Blumenbilder hat Melanie Jörns mitgebracht. Mal rückt sie eine Mohnblüte in den Mittelpunkt, mal eine Gladiole, mal einige Disteln — allen gemein ist, dass sie mit dem Licht und den Wolken spielt, die Pflanzen im Vordergrund so ganz besonderen Kontrast zur Himmelsszenerie bilden. Mit seinen Fotos von Reisen in alle Welt ist Volker Rapp dabei, doch er hat nicht nur ferne Welten wie eine Szene am Machu Picchu abgelichtet, sondern auch einen buddhistischen jungen Mönch in Ladakh mit seiner Kamera portraitiert.

Blauer Dschungel

Dass Dschungel nicht unbedingt Grün sein muss, zeigt die Kenianerin Sofia Kunze mit einer Regenwaldszene — die Arbeit ist ganz in Blau und Schwarz gehalten. Allerdings hat sie auch die typischen Savannenbilder mit der glutroten untergehenden Sonne über der Steppenlandschaft in ihrem Repertoire. Die gleichzeitig am Bavierplatz stattfindende Veranstaltung der Marktschreier tut "Art in the Park" keinen Abbruch, freut sich Katy Schnee. Georg Rose geht sogar mal kurz rüber, verteilt dort Flyer zum Künstlertreff und lockt so weitere Zuschauer an.

Was wiederum Ralf Buchholz auf den Plan ruft. Der Gründer (und Auflöser) der Gruppe NeanderArt beklagt sich lautstark darüber, dass die Künstler auf ihren Flyern mit dem Hinweis "NeanderArt" für ihre Ausstellung werben. Die Flyer waren doch längst gedruckt, als Buchholz NeanderArt für aufgelöst erklärte", sagt Katy Schnee, "sollten wir die jetzt etwa wegwerfen?", fragt sie.

(mue)
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