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Nach Rücktritt in Mettmann: Zweiter Schützenkönig innerhalb von zwei Tagen

Nach Rücktritt in Mettmann : Zweiter Schützenkönig innerhalb von zwei Tagen

Überraschend fand am Montag ein zweites Königsschießen der Bruderschaft statt. Neuer König ist Daniel Gebauer vom Offizierscorps.

Der neue Schützenkönig der Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft, Franz Lehnert, ist von seinem Amt zurückgetreten. Am Montagmorgen überraschte er den Vorstand mit dieser Nachricht. "Aus persönlichen, familiären und privaten Gründen kann ich das Amt nicht ausüben", sagte Franz Lehnert. Er habe darum gebeten, seine Frau und ihn als Königspaar von diesem Amt zu entbinden. Die Königsschuss-Platte gab er zurück. Die Nachricht schlug wie eine Bombe bei der Bruderschaft ein. Selbst altgediente Schützen der St. Sebastianus Schützenbruderschaft können sich nicht an einen ähnlichen Vorfall in der langen Geschichte des Schützenvereins erinnern. "Es ist eine ganz große Stärke, von Franz und Sandra, dass sie uns diesen Schritt frühzeitig mitgeteilt haben", sagte Conny Lanzmich, Erste Brudermeisterin der Schützen.

 Sonntagabend war er noch ein König. Über Nacht überkamen Franz Lehnert aber Zweifel und er trat von seinem Amt zurück.
Sonntagabend war er noch ein König. Über Nacht überkamen Franz Lehnert aber Zweifel und er trat von seinem Amt zurück. Foto: Dietrich Janicki

"Ich habe in der Nacht mit meiner Frau über das Thema gesprochen", sagte Franz Lehnert. Er habe die Konsequenzen des Königsschusses nicht bedacht. Es sei eine Kurzschlusshandlung gewesen.

Beim Königsschießen am Sonntag gab es mehrere Bewerber. Ein Glücksfall für die Bruderschaft. Denn in den vergangenen Jahren gab es zeitweise Probleme, einen Schützen zu finden, der auf die lose Platte schoss. Franz Lehnert trat am Sonntag selbstbewusst ans Gewehr und schoss die lose Platte vom Stift. Daniel Gebauer (29), Mitglied im Offizierscorps der Bruderschaft, wollte ebenfalls die Königswürde erringen. Doch Franz Lehnert schoss ihm die Platte vor der Nase weg. Die Enttäuschung bei Gebauer war sehr groß. Am Montagmorgen glühten die Drähte bei den Schützen. Daniel Gebauer, der aus einer alten Mettmanner Schützenfamilie stammt, wurde auf der Arbeitsstelle kontaktiert. Ob sein Wunsch noch bestehe, neuer Schützenkönig zu werden, wurde er vom Oberst der Bruderschaft, Stefan Prangenberg, gefragt. Ja, er wollte, sagte Gebauer. Am Nachmittag wurde der Schießstand bei der Dachdeckerfirma Glörfeld wieder aufgebaut. Um 17 Uhr begann das zweite Königsschießen der Bruderschaft. Diesmal gab es nur einen ernsthaften Bewerber. Und der hieß Daniel Gebauer. Er schoss die lose Platte vom Stift und ist neuer König. Seine Königin ist Caterina Cundo (28) aus Mettmann.

Das Schützenfest der Bruderschaft stand in diesem Jahr unter keinem guten Stern. Der Zeltverleiher hatte sich im Vorfeld geweigert, ein Zelt auf dem VHS-Parkplatz aufzubauen. Da die Kirmes in die Innenstadt rückte, befürchtete er, dort kein gutes Geschäft zu machen. Schon bei der Eröffnung des Schützenfestes und der Kirmes am Freitagabend in der Straße Am Königshof musste improvisiert werden. Nach dem Festzug am Sonntag gab es in den Gaststätten kleine Gruppen von Schützen, die sich dort trafen. Dann kamen die diversen Baustellen (Schwarzbachstraße, Flintrop-Straße, Eichstraße) dazu. Autofahrer mussten Umwege fahren, die Schuld gaben sie (unberechtigterweise) den Schützen. Für die einen ist die Kirmes in der Innenstadt ein Gewinn, für die anderen eine Zumutung. Geschäfte ärgerten sich über zugestellte Schaufenster, Anwohner über Dauerbeschallung bis nach Mitternacht. Die Bruderschaft sollte im nächsten Jahr auf einige Fahrgeschäfte verzichten und das Zelt im Herzen der Stadt (Jubi, Schwarzbachstraße, Straße Am Königshof) aufstellen. Es besteht ansonsten die Gefahr, dass die Kirmes das Schützenfest verdrängt.

(RP)