Mettmann: Zwei-Türme-Projekt im Neandertal gekippt

Mettmann: Zwei-Türme-Projekt im Neandertal gekippt

Das touristische Groß-Projekt mit zwei Türmen im Neandertal wird es nicht geben. Thomas Hendele, Landrat des Kreises Mettmann, erklärte am Dienstag, dass die Projektpartner sofort aus dem Vorhaben aussteigen. Die Anträge für die insgesamt 4,5 Millionen Euro Fördergelder der Europäischen Union sind seit Dienstag zurückgezogen.

Schon vorher war bekannt geworden, dass das 6,4-Millionen-Euro-Projekt, mit dem der Kreis Mettmann, die Städte Erkrath und Mettmann sowie das Neanderthal Museum den internationalen Wettbewerb gewonnen hatten, ins Wanken geraten ist. Der Grund: Der Kreis Mettmann muss laut Bezirksregierung das Projekt mit Entdeckerturm und Panoramaaufzug bis zum 31. Mai 2015 bauen und abrechnen.

Falls nicht, gibt es keine Zuschüsse aus dem EU-Förderprogramm. "Wir bräuchten die Bewilligungen für die Aufträge, vorher konnten wir nicht aktiv werden. Jetzt ist aber der Zeitpunkt, wo klar ist, dass wir das alles zeitlich nicht schaffen können", sagte Hendele am Dienstag.

Der Kreis war in der Klemme: Er brauchte einen Bewilligungsbescheid der Bezirksregierung, um die Arbeiten zu vergeben. Falls nicht, ist der Termin Mai 2015 nicht zu halten. 6,4 Millionen Euro sollen in das Ziel-Projekt "Erlebnis Neandertal" fließen. 4,5 Millionen Euro kommen über EU-Fördertöpfe.

Der Kreis sollte 1,1 Millionen, die Neanderthalstiftung 500.000 und die Städte Mettmann und Erkrath je 100.000 Euro beisteuern. "Wenn die Fördermittel aus dem EU-Topf nicht fließen, besteht ein hohes Risiko. Es könnte am Ende herauskommen, dass wir alles selbst bezahlen müssen", sagt Landrat Thomas Hendele. Das Risiko ist dem Kreis offenbar zu groß.

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Zumal das Risiko noch größer geworden ist. Aufgrund der engen Fristen konnte die Baugrunduntersuchung erst im März 2012 beauftragt und anschließend durchgeführt werden.

Das fatale Ergebnis: Der Hang in der Umgebung des Infozentrums und des Panoramaturms ist sehr instabil. Die Sicherung des Bodens und der Türme hätte einen deutlich erhöhten Aufwand in der Baugrube und der Bauwerke verlangt. Dieser Aufwand schlägt sich in Mehrkosten von 1,65 Millionen Euro nieder. Zuviel, außerdem wären dauerhafte und massive Bohrpfahlwänden nötig, die für alle Besucher immer sichtbar sein würden, heißt es.

Diese Mehrarbeiten- und kosten hätten eine weitere erhebliche Verzögerung von mindestens sechs Monaten zur Folge gehabt - am Dienstag deshalb die Notbremse und das Stopp des Millionen-Projekts.

Lesen Sie am Mittwoch mehr in der Rheinischen Post.

(ila/jco/ila)
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