Mettmann Zwei Künstler und Kunstwerke pro Quadratmeter Fläche

Mettmann · Die Mitgliederausstellung im Kunsthaus war gut besucht. Viele Künstler zeigten ihre Bilder und Objekte.

 Die Mitglieder stellen im Kunsthaus ihre Bilder aus. Immer mehr machen mit, deshalb wird es zunehmend enger.

Die Mitglieder stellen im Kunsthaus ihre Bilder aus. Immer mehr machen mit, deshalb wird es zunehmend enger.

Foto: Dietrich Janicki

Verträumt wies ein Kerzenlicht draußen vor der Tür den Eingang ins Kunsthaus. Nicht als Stätte stillen Lebens, sondern als zugstarker Publikumsmagnet eröffnete sich die diesjährige Mitgliederausstellung. Zwei Künstler pro Quadratmeter; diese Kreativdichte galt für Fußboden und Präsentationswände an der Wand gleichermaßen.

Eine von zwölf Exponenten ist Hannelore Kicken, die seit zwei Jahren im Kunstverein mitwirkt. Noch im Oktober schaute sie sich in New Jersey um. In den USA wird viel in Collagen gearbeitet. Mit transatlantisch aufgeladenem Selbstbewusstsein versuchte sich Kicken an Klebemontagen: "Ich finde, es ist ganz gut gelungen." Ihre Miniwelten in Mischtechnik bevölkerte sie mit Heldenfiguren wie Marilyn Monroe. Ausgehend von einer charaktergebenden Form fügte die gebürtige Mettmannerin kunstfertig Punkte, Kommata und Striche zu unterkühlten Mondlandschaften. Diese seien geschaffen, so Kicken, "um sich Gedanken zu machen." Ihr Atelier hat sie unter dem Spitzgiebel ihres Hauses eingerichtet. Aktuell werkelt die Vielfältige dort an farbenfrohen Acrylbildern, inspiriert vom Krefelder Buntstift Horst Kordes.

Als "ein Zeitzeichen aus der Jetztzeit" bezeichnet Klaus Stecher sein raumgreifendes Portrait einer vernetzten Großstadtnormadin unter dem Titel "Do you like my decoration?".

Wer sich von dieser Anmache nicht einschüchtern lässt, der kann gleich nebenan Stechers innovative Schnitzmethode begutachten. Linoleumlagen schält er auf die darunter hervorschimmernde Jute ab, bis ein kontrastreiches Bildnegativ erscheint. In dieser Technik möchte der gebürtige Wuppertaler, in der Szene als Klasté bekannt, nun auch Großformatiges schaffen. Der Kenner ostasiatischer Romantik zeigt zudem eine sentimentale Hommage an ausschwärmende Eismeervögel auf schilfraschelndem Himalaya-Papier: "Es wird so viel mit dem Kopf gemacht in der heutigen Kunst. Ich suche immer nach etwas, das das Gefühl anspricht."

Im Kunsthausverein engagiert sich eine steigende Anzahl aktiver Künstler. Eines der wenigen Mitglieder, das selbst noch nicht malt, ist die Vorsitzende Sabine Brock: "Ich glaube, das kann auch von Vorteil sein, um das Ganze im Überblick zu halten." Es gebe einen Trend zu solchen Gemeinschaftsausstellungen und so werden zum Jahresende Werke der Akademieklasse von Professor Herbert Brandl gezeigt. Die aktuelle Schau an der Lohstraße 2 ist samstags und sonntags jeweils von 13 bis 17 Uhr zu besuchen.

(lard)
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