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Wülfrath: Zwei Krippenbauer gehen zur Schule

Wülfrath : Zwei Krippenbauer gehen zur Schule

Karl Padurschel und Gerhard Lipke bauen in der Parkschule eine Krippe. Verwendet werden nur Materialien, die in der Region zu finden sind.

Weihnachten rückt immer näher. Manche verzieren jetzt schon mit Lichterketten und Tannenzweigen ihre Wohnungen und Häuser. Was in der Adventszeit als Dekoration nicht fehlen darf, ist natürlich eine Krippe. Und um den Bau einer solchen ging es gestern in der Parkschule. Krippen gibt es in den verschiedenen Variationen zu kaufen. Doch was ist schon eine gekaufte Krippe, wenn es auch handgemachte Unikate mit Lokalbezug gibt? Besonders heimatverbundene Wülfrather dürften sich freuen, über die Handwerkskunst von Karl Padurschel zu erfahren.

Der 73-Jährige hat ein außergewöhnliches Hobby: Er bastelt so genannte ''Bergische Krippen''. Der Bau einer solchen Krippe ist sehr aufwendig: Gut 30 bis 40 Stunden Arbeit — je nach Größe — stecken in jeder seiner Krippen. "Ich verwende lediglich Materialien, die in der Region des Bergischen Landes vorkommen", sagt er.

Dazu gehören heimische Gehölze von Haselnuss, Birke, Jasmin und Zwetschge und natürlich Kalkstein. Denn Wülfrath liegt im größten Kalksteinabbaugebiet Europas. Seit dem Mittelalter wird in der Region Kalkstein gebrochen und gebrannt. "Ich habe 41 Jahre lang bei Rheinkalk in Rohdenhaus gearbeitet. Durch meine guten Kontakte habe ich auch heute noch die Möglichkeit, Kalksteine von dort für den Bau meiner Krippen zu beziehen", sagt er. Die Idee, Krippen mit bergischem Charakter zu bauen, kam dem Rentner ganz zufällig: "Ich weiß, dass Jesus in Betlehem geboren wurde, doch ich habe mich gefragt, wie seine Krippe wohl ausgesehen hätte, wenn er hier in Wülfrath geboren worden wäre", sagt er. Also fing er vor 17 Jahren an, sich Styroporplatten, Gehölz und Kalkstein zurechtzulegen, und seine erste Krippe daraus zu bauen. Kurze Zeit später machte er in einer Grundschule Bekanntschaft mit Gerhard Lipke. Der 84-Jährige schnitzt für sein Leben gern kleine Figuren aus Lindenholz. Da haben sich die beiden Männer kurzerhand zusammengeschlossen und machen seither gemeinsame Sache. Padurschel kümmert sich um die Krippen, Lipke um die dazu passenden Figuren. Erst gestern waren die zwei in der Wülfrather Grundschule an der Parkstraße, um den Kindern zu zeigen, wie sie arbeiten. Während Padurschel im Klassenzimmer sitzt und an seiner inzwischen 214. Krippe arbeitet, erklärt er den Kindern der verschiedenen Klassen seine Ideen, Vorstellungen und Vorgehensweisen.

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Der kleine David Kampus beobachtet, wie der alte Mann zwei dicke Äste ineinander steckt und zusammen bohrt. Er runzelt die Stirn, meldet sich und sagt: "Ich glaube wir haben auch so eine Krippe zu Hause". Padurschel fragt nach dem Namen des Jungen und erinnert sich zufrieden, dass er vor nicht allzu langer Zeit für seine Großmutter eine Krippe gebaut hat. Sie ist gebürtige Wülfratherin und hatte sich damals sehr über ein solches Unikat gefreut.

Heute stellt Padurschel die Krippe fertig, dann schenkt er sie der Schule. Normalerweise nimmt er zwischen 190 und 250 Euro für seine Unikate.

(mego)