Mettmann: Zentrum wird verkauft

Mettmann : Zentrum wird verkauft

Die Evangelische Gemeinde Mettmann trennt sich mittelfristig von ihren Gebäuden an der Friedhofstraße.Bisherigen Einsparungen gleichen das strukturelle Defizit nicht aus. Ein Kindergarten wird aufgegeben.

Das Presbyterium der Kirchengemeinde Mettmann hat den Beschluss gefasst, den Standort an der Friedhofstraße mittelfristig komplett aufzugeben und zu vermarkten. Betroffen sind das große Gemeindehaus, ein Kindergarten und weitere Gebäude auf dem Gelände. „Im Gemeindehaus stehen jetzt schon Räume leer und darüber hinaus sind wir an diesem und weiteren Gebäuden im Sanierungsrückstand. Das ist für uns finanziell nicht tragbar“, sagt Pfarrer Jürgen Artmann, derzeit Präses des Presbyteriums.

Dramatische Einbrüche

„Die Zahlen weisen in eine eindeutige Richtung.“ Laut Artmann sind in den letzten zehn Jahren die Einnahmen aus der Kirchensteuer dramatisch gesunken. Trend: Es ist immer weniger Geld da. Die Gemeinde versucht, den Veränderungen durch Einsparungen zu begegnen. In allen Bereichen wurde gekürzt, etwa durch den Wegfall einer Pfarrstelle.

„Das reicht aber nicht, um das strukturelle Defizit in unserem Haushalt in den Griff zu kriegen“, sagt Präses Jürgen Artmann, der die Ergebnisse der Beratungen des Presbyteriums in einer Gemeindeversammlung vorstellte. Ausschlaggebend für das Presbyterium sei nicht nur die Frage gewesen, welche Gebäude entbehrlich seien, sondern welche Gebäude langfristig erhalten werden müssten.

Man sei sich einig gewesen, dass die alte Kirche an der Freiheitstraße der eigentliche Kern der Gemeinde sei. Deshalb sei das Konzept einer „City-Kirche“ in der Mettmanner Innenstadt aufgegriffen worden. Mit einem Neubau auf dem jetzigen Kirchen-Parkplatz sollen einige Räume für Gruppen und Kreise geschaffen werden. Auch Gemeindeveranstaltungen sollen im Kirchenraum stattfinden. Dazu müsste man, so Artmann, darüber nachdenken, die starren Bänke durch eine variable Bestuhlung zu ersetzen. Fest steht: „Es ist ein Einschnitt für alle. Wir werden dann keinen großen Gemeindesaal mehr zur Verfügung haben, der auch für externe Veranstaltungen genutzt werden kann.“ Der Kindergarten „Regenbogen-Haus“ soll aufgegeben werden. Da in der Innenstadt derzeit aber fünf Kindergärten auf engstem Raum liegen, obwohl dort immer weniger Kinder leben, hält die Gemeinde diesen Schritt für angemessen. Für das Presbyterium ist selbstverständlich, dass keine Mitarbeiter entlassen werden.

Früher Planungsstand

Artmann sagte: „Wir sind in einem sehr frühen Planungsstand. Der Basis-Beschluss des Presbyteriums steht, aber die Gestaltungsaufgabe liegt vor uns.“ Die Gemeinde lud ihre Mitglieder dazu ein, an den Planungen teilzunehmen. Pfarrer Klaus Schilling: „Wir wollen miteinander reden, nicht übereinander.“

Auf der Versammlung zeigte sich, dass viele Mitglieder durchaus Verständnis und Zustimmung für die Pläne des Presbyteriums hatten.

(RP)
Mehr von RP ONLINE