Wülfrath: Zeittunnel öffnet seine Tore

Wülfrath : Zeittunnel öffnet seine Tore

Nachdem die Fledermäuse ihren Winterschlaf beendet haben, hat die Saison begonnen: diesmal mit feierlichen Saxophonklängen und der Eröffnung eines Skulpturenparks. Fünf beleuchtete Stein-Nischen sind neu im Tunnel.

Der Zeittunnel Wülfrath öffnete gestern wieder seine schmiedeeisernen Tore zu 400 Millionen Jahren Erdgeschichte. "Die Fledermäuse haben ihren Winterschlaf beendet. Alles ist in frischem Frühlingsgewand. Wir starten in die neue Saison", sagte Bürgermeisterin Dr. Claudia Panke.

Für einen höchst gelungenen Start in die 9. Zeittunnel-Saison sorgte die Ausstellungseröffnung des Skulpturenparks am Ende des Tunnels, wo Saxophonist Hajo Müller — kaum sichtbar zwischen Zweigen und Bruchgestein — gleich zu Beginn Gänsehautgefühl verbreitete.

28 neue Arbeiten

Hier, mit Blick auf den Bochumer Bruch, zeigt das Künstlerehepaar Elke Voß-Klingler und Claus Klingler in dieser und der folgenden Saison 28 Arbeiten aus Marmor, Granit und Basalt. "Die Skulpturen sind da, wo sie hingehören. Sie wurden gebrochen und kommen zum Bruch zurück", meinte Voß-Klingler. "Ein herrliches Spannungsfeld, hier alter gebrochener Stein, dort Skulpturen", ergänzte Claus Klingler.

Die Exponate tragen Titel wie "Klang des Windes" (einer Stimmgabel nicht unähnlich), "eng umschlungen", "Aufbruch", "Januskopf". Die Titel seien nur als Werkdeutung zu verstehen, führte Dirk Schäfer, Kursleiter des von Claus Klingler geleiteten "Offenen Ateliers" der Bergischen Diakonie, in die Ausstellung ein. "Sie alle sind eingeladen, inne zu halten, zu suchen und zu finden." Eine weitere neue Attraktion bilden im Zeittunnel fünf beleuchtete Stein-Nischen zwischen erdgeschichtlichen Zeitfenstern.

In faszinierendem Farbwechsel treten neben kostbaren Mineralien aus der Sammlung von Heino Raske die unterschiedlichen, reizvollen Strukturen des Felsens hervor. Während rund 70 Besucher der Ausstellungseröffnung zu Ausführungen über Skulpturen und den Prozess der Entstehung lauschten, drängten sich Familien vor den Zeitfenstern von Devon, Karbon, Perm.

Auf dem Klopfplatz bearbeiteten rot behelmte "Jungkalker" Kalkspat-Brocken mit Hammer und Meißel. Maximilian aus Langenberg (2 ½) zeigte stolz seine Ausbeute. "Er läuft seit erstem Lebensjahr mit einem Hammer herum und hat sogar schon eine eigene Werkbank", erzählte seine Mutter.

Warten auf den Radwanderweg

Am Sandplatz eröffnete Leonie (5) erfolgreich die Halbedelstein- Schürfsaison. Mangels Pächter hatten Zeittunnel-Chefin Andrea Gellert und Förderverein Zeittunnel innerhalb einer Woche das Museums-Café "aus dem Boden gestampft". Mit Kuchen, Torten, selbst gemachten Salaten, Suppen, Chili und Getränken war das dreiköpfige Café-Team auf großen Ansturm vorbereitet.

Das Café ist samstags, sonntags und an Feiertagen geöffnet. Mit Spannung sieht der Zeittunnel der offiziellen Eröffnung des Panorama-Radwanderwegs, 16. Juli, entgegen. "Wir freuen uns und hoffen auf Impulse. Wir sind das einzige Museum an der Strecke. Bei uns können Leute auftanken und Kultur schnuppern", sagte Gellert.

(RP)
Mehr von RP ONLINE