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Zahl der jugendlichen Straftäter in Mettmann wird steigen.

Jugendgerichtshelfer stellt Statistik vor : Zahl der Straftäter in Mettmann steigt

Manfred Cserni hat bereits für dieses Jahr einen Zuwachs der Fallzahlen konstatiert. „Es ist von einem deutlichen Anstieg im Jahr 2018 - mehr als 300 Fälle - auszugehen“, sagte er jetzt im Jugendhilfeausschuss.

Von Entwarnung kann keine Rede sein. Zwar hat die Zahl der Straftaten, die Jugendliche in Mettmann begehen, im Jahr 2017 um 61 Fälle abgenommen. Doch Jugendgerichtshelfer Manfred Cserni hat bereits für dieses Jahr einen Zuwachs der Fallzahlen konstatiert. „Es ist ein deutlicher Anstieg im Jahr 2018 - mehr als 300 Fälle - zu erwarten“, sagte er jetzt im Jugendhilfeausschuss.

Für Cserni ist das allerdings nicht überraschend, denn die Fallzahlen schwanken von Jahr zu Jahr. Ausschlaggebend sind die sogenannten „Intensivtäter“, die immer wieder Straftaten begehen. Sie treiben die Fallzahlen in die Höhe. Es gibt Jahre, in denen solche Mehrfachtäter nicht aktiv werden (oft sitzen sie in einer Justizvollzugsanstalt) oder sie sind einfach nicht existent.

Grundsätzlich sei festzustellen, dass in der Stadt Mettmann eine „moderate Jugendkriminaliät vorherrscht“, sagt Cserni. Wie in den letzten Jahren sind schwere Straftaten die Ausnahme. Meist geht es um Körperverletzungsdelikte, Diebstahl und Konsum von Drogen.

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Die meisten Straftaten in Mettmann werden von Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren begangen (202 Fälle), auf so genannte Heranwachsende (18 bis 21 Jahre) entfallen 141 Fälle. Aber die Statistik weist auch 16 Kinder (neun Jungen und sieben Mädchen) unter 14 Jahren auf, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind. Das Durchschnittsalter der Straftäter beträgt 16,6 Jahre. Zwei Drittel der Jugendlichen sind das erste Mal mit der Justiz und der Polizei in Berührung gekommen. Die meisten Straftäter in Mettmann haben die deutsche Staatsangehörigkeit, nämlich 303 Täter (84 Prozent). Die Zahl der Täter mit Migrationshintergrund macht laut Cserni einen Anteil von 31,3 Prozent (95 Täter) aus und stagniere. Laut Cserni handelt es sich bei den 735 Straftaten meist um Körperverletzungen (19,7 Prozent) und Diebstähle (19,5 Prozent). Der Anteil der Betäubungsmittelverfahren beträgt 14,7 Prozent, der der Sachbeschädigungen 11,4 Prozent.

So genannte Verbrechenstatbestände (Raub, sexueller Missbrauch von Kindern und Vergewaltigung) machen 2,7 Prozent der Gesamtstraftaten aus.

Wie Cserni weiter mitteilt, sind die meisten Straftäter Haupt- und Förderschüler (45 Prozent), aber auch Realschüler (22), Gymnasiasten/Fachoberschüler (25) und Schüler, die ein Berufskolleg besuchen (25), kommen mit dem Gesetz in Konflikt. Die Gerichte verhängen folgende Strafen: Sozialdienst (30,5 Prozent), Geldauflagen (12,4 Prozent), erzieherischer Brief und Gespräch (12 Prozent). Außerdem fordert die Staatsanwaltschaft die Teilnahme an Drogenpräventionskursen (10,2 Prozent). Schadenswiedergutmachung mit und ohne Täter-Opfer-Ausgleich (7,7 Prozent) sowie das Anti-Gewalt-Training (4,9 Prozent) sind seltener. Das klassische Zuchtmittel des Arrestes (Freizeit-, Beuge-, Dauer- und Warnschussarrest) kommt auf 12,9 Prozent der verhangenen Maßnahmen. Jugendstrafen mit und ohne Bewährung liegen unverändert bei 2,2 Prozent.

Manfred Cserni hob positiv die Arbeit des Vereins „Neue Wege“ hervor. In Mettmann hatten jugendliche Straftäter wiederholt den Stadtwald durchforstet und während ihres Arbeitseinsatzes Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und den respektvollen Umgang mit Teilnehmern und Betreuern gelernt. Auch in anderen Städten des Kreises gibt es Projekte des Vereins „Neue Wege“.