Erkrath: Wunsch nach neuer Orgel

Erkrath: Wunsch nach neuer Orgel

Der Förderverein mit Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Lehnert und der Organist Ben-David-Ungermann werben für Spenden. Sie möchten auch die Kirchenmusik unterstützen.

Gegründet wurde der Förderverein für Kirchenmusik und Orgelbau in der Evangelischen Kirchengemeinde Hochdahl bereits Pfingsten 2009, doch am Sonntag hat er zum ersten Mal im Paul-Schneider-Haus mit einem Konzert in der Öffentlichkeit auf sich aufmerksam gemacht. Wir haben mit den Vorstandsmitgliedern Dr. Wolfgang Lehnert und Ben-David Ungermann über die Ziele des Vereins gesprochen.

Herr Lehnert, Herr Ungermann, was ist die Hauptaufgabe dieses Fördervereins?

Dr. Wolfgang Lehnert Uns bewegt schon seit Jahren der Gedanke, der Bedeutsamkeit der Neanderkirche entsprechend diese auch mit einer richtigen Orgel auszustatten. Das vorhandene Instrument aus dem Jahr 1971 ist eher ein Behelf. Sie hat zwar bisher gute Dienste geleistet, genügt aber weder den Aufgaben des Gemeindelebens noch entspricht sie den Fähigkeiten unseres Kirchenmusikers Ben-David Ungermann. Der Förderverein knüpft übrigens an eine gute Hochdahler Tradition an. 111 Jahre ist es her, dass sich Hochdahler Bürger zusammentaten, um einen Kirchenbauverein zu gründen. Sie legten damit den ideellen Grundstein für den Bau der Neanderkirche wenige Jahre später.

Ben-David Ungermann Das vorhandene Instrument ist eher eine Art Wohnzimmerorgel. Es ist schon Schwerarbeit für den Organisten, den Gemeindegesang darauf adäquat zu begleiten. Früher hatte das Thema Kirchenmusik hier noch nicht so die Priorität, doch die Gemeinde entwickelt sich seit Jahren. Und es ist wirklich schade, dass man bei Gottesdiensten, Hochzeiten und auch Beerdigungen auf der vorhandenen Orgel im wahrsten Sinne des Wortes nicht alle Register ziehen kann. Der schöne Kirchenraum der Neanderkirche hätte ein Orgel mit mehr Registern verdient.

Wie hat sich der Förderverein bisher entwickelt?

Ungermann Pfingsten 2009 haben den Verein zwölf Gründungsmitglieder ins Leben gerufen. Inzwischen sind etwa 30 Personen dabei. Weitere sind willkommen. Mit dem Konzert haben wir den Verein nun auch musikalisch aus der Taufe gehoben.

Lehnert Dahinter steht natürlich auch der Gedanke, dass der Spendenbeutel gefüllt wird. Doch nicht nur die Kollekte bei den Konzerten ist für die geplante Orgel bestimmt, auch auf den Gemeindefesten werden wir uns engagieren. Und hoffen darauf, dass uns auch Unternehmen mit größeren Spenden unterstützen.

Was würde denn eine richtige Orgel für die Neanderkirche kosten?

Ungermann Eine Orgelbaufirma aus Süddeutschland hat sich schon einmal in der Kirche umgeschaut. Wir müssen mit rund 250000 Euro rechnen. Zehn Jahre wird es bestimmt dauern.

Lehnert Falls eine große Spende dazwischen kommt, vielleicht auch früher. Wir rechnen auch mit Unterstützung von Bürgern, die nicht der Kirchengemeinde angehören. Die so ein Instrument auch bei Konzerten gerne hören und es fördern möchten. Und wenn die Orgel endlich steht, wird der Verein sich neuen Zielen widmen können. Der Verein ist vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt, so dass die Spenden steuerlich berücksichtigt werden können.

Welches Ziel meinen Sie?

Lehnert Wir sind ja nicht nur ein Förderverein für Orgelbau, sondern auch für Kirchenmusik. Wir möchten das kirchenmusikalische Leben in der Gemeinde ideell und finanziell fördern und ihm zusätzliche Impulse geben. Vielleicht können wir dann auch mal einen bekannten Solisten hierher holen. Es gibt sicher noch viele Möglichkeiten.

Welche Konzerte hat der Förderverein dieses Jahr noch geplant?

Ungermann Ein Konzert zur Osternacht am 3. April um 18 Uhr im Paul Schneider-Haus. Am 29. August ist im Gemeindehaus Sandheide außerdem ein Konzert für Saxophon, Klavier und Orgel geplant. Und im Gottesdienst am 31. Oktober in der Neanderkirche führen wir mit dem Projektchor die Bachkantate "Wachet auf, ruft uns die Stimme" auf.

Manfred Müschenig führte das Gespräch.

(RP)