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Mettmann: Wunsch: Hundewiese in der Stadtmitte

Mettmann : Wunsch: Hundewiese in der Stadtmitte

Hundebesitzer aus Mettmann wünschen sich eine eingezäunte Wiese, auf der ihre Tiere laufen können. Dazu hat Karin G. Braun eine Bürgeranregung bei der Stadtverwaltung eingereicht, über die der Rat der Stadt am Dienstag kommender Woche diskutieren wird.

"Es geht darum, dass unsere Vierbeiner frei laufen und artgerecht miteinander spielen können und andere Menschen sich dadurch nicht gestört fühlen", erklärt Burkhard Braun den Hintergrund des Antrags seiner Frau. Denn selbst auf Feldwegen, wo Hunde ohne Leine unterwegs sein dürfen, würden Hundebesitzer häufig angefeindet, weil Passanten Angst vor den Tieren hätten.

Eine Hundewiese wäre "eine nette Geste der Stadt", meint das Ehepaar Braun, das selbst einen Schäferhund besitzt. Ideal wäre ein zentral gelegener Bereich, etwa der Park an der Realschule, in dem ein Bereich als eingezäunte Hundezone abgetrennt werden könnte. Mehrere Hundert Unterschriften hat Karin G. Braun spontan für ihre Idee gesammelt. "Eine entsprechend organisierte Aktion hätte mit Sicherheit ein Vielfaches an Unterschriften eingebracht. Jedoch will ich nur aufzeigen, dass das Interesse der Mettmanner an dieser Thematik durchaus vorhanden ist."

Ihr Wunsch: Ein ausreichend großes Hundegelände mit Kottüten und Abfallbehältern — dessen Einrichtung sich nicht auf die Hundesteuer niederschlägt. Geht es nach der Stadtverwaltung, wird es beim Wunsch bleiben. In einer Stellungnahme zu der Bürgeranregung schlägt die Verwaltung vor, "die Einrichtung einer Hundewiese in Mettmann zunächst nicht weiter zu verfolgen". Entscheidend wird jedoch sein, was die Fraktionen von dem Vorschlag halten.

Ihre Ablehnung begründet die Verwaltung unter anderem damit, dass es keine passende Fläche gebe. "Als problematisch und letztlich auch ungelöst stellte sich bereits die Suche nach einer geeigneten Fläche heraus, die nach Auffassung der Verwaltung zum einen mindestens eine Größe von 1000 Quadratmetern" haben sollte. Zum anderen müsse sie "zentrumsnah gelegen sein, weil nur dann allen Hundebesitzern im Stadtgebiet gleiche Nutzungsmöglichkeiten eingeräumt werden". Nur so ließen sich "unerfreuliche Diskussionen über etwaige Ungleichbehandlungen" vermeiden, heißt es in der Ratsvorlage.

Die Verwaltung hält das Projekt, für das sie 5000 bis 10 000 Euro veranschlagt, außerdem für zu teuer. Schließlich fielen dauerhaft Kosten ein, weil die Wiese von Hundekot gereinigt werden müsse: Die Erfahrung anderer Städte zeige, dass sich "eine nicht unerhebliche Anzahl von Hundebesitzern" auch auf einer eigens eingerichteten Fläche nicht um die Hinterlassenschaften ihrer Tiere kümmere. Weitere Argumente: zusätzliche Verkehrssicherungspflichten (bei Schadenersatzforderungen furch Unfälle) und Lärmbelästigung durch "Hundegebell, Trillerpfeifen und lautes Rufen der Hundehalter". Das könne "die umliegenden Wohnquartiere nachhaltig unattraktiv machen". Wer seinen Hund von der Leine lassen wolle, könne das "in den Randgebieten von Mettmann" tun.

In anderen Städten des Kreises Mettmann, etwa Hilden oder Wülfrath, gibt es Hundewiesen — deren Betrieb problemlos funktioniert.

(RP/ac/areh)