Wülfrath: Wülfrather Unternehmer hilft Löwen in Botswana

Wülfrath: Wülfrather Unternehmer hilft Löwen in Botswana

Lars Gorschlüter engagiert sich für bedrohte Tierarten und Kinder in Botswana. Er plant Kinderzentren in der Kalahari.

Zwei Jahre können kurz oder lang sein. Für eine Stiftung, die sich dem Schutz wilder Tiere und den Menschen in Afrika widmet, ist das verdammt kurz. Doch die vom Wülfrather Unternehmer Lars Gorschlüter vor 24 Monaten gegründete Natur- und Artenschutz Stiftung Save, Wildlife Conservation Fund, hat in der Zeitspanne viel erreicht. Viele Schutzprojekte für Tiere und der Bau von Kinderzentren in Botswana sind 2012 gelungen. In diesem Jahr will der 42-Jährige unbedingt zwei weitere Kinderzentren in der Kalahari eröffnen, in denen Save den Jungen und Mädchen die Bedeutung der Tierwelt ihrer Heimat näher bringen will und welche großen Berufschancen im Ökotourismus liegen.

Lars Gorschlüter ist Unternehmer — eigentlich bereits seit dem Ende der 10. Klasse. Er machte eine Lehre als Werkzeugmacher, und mit 22 gründete er mit zwei Partnern in Haan die Firma Gotec. Die Geschäftsidee war eine Haftmittelbeschichtung von Gummi-Metall-Teilen und Oberflächenveredelung, die vor allem in der internationalen Automobil- und Automobilzulieferer-Industrie Verwendung finden. Die Produkte sind so stark gefragt, dass die Gotec Group inzwischen an acht Standorten weltweit fast 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Seit 2003 ist die Gotec-Zentrale im Wülfrather Industriegebiet Kocherscheidt ansässig.

Neben dem beruflichen Erfolg wünscht sich Gorschlüter auch weiter Erfolg für Save. Der Geschäftsführer entdeckte seine Leidenschaft für wilde Tiere in einem Afrika-Urlaub vor fünf Jahren. Je mehr er begriff, wie viele Wildtiere sinnlos getötet werden, ihren Lebensraum verlieren und kurz vor dem Aussterben sind, desto stärker wurde sein Wunsch zu handeln. "Mehr als ein Essen essen kann ich auch nicht", sagt Gorschlüter. Er wollte etwas zur Rettung der Natur tun und fragte sich, welchen Beitrag er als Manager leisten kann. Mit 50 000 Euro Stiftungskapital gründete er Save.

  • Fußball : ASV muss in Solingen ans Limit gehen

Alle Urlaube hat der Vater einer 15-jährigen Tochter in den vergangenen fünf Jahren in Afrika zugebracht. Er entdeckte seine Liebe zu den Wildtieren und erkannte bald: "Raubtierschutz bringt nichts, wenn nicht auch in die Kinder investiert wird." Wie bei Gotec gelang es Gorschlüter auch bei seiner Stiftung: Er nahm seine Mitarbeiter auf dem Weg der Begeisterung für den schwarzen Kontinent mit. Ein Großteil der Gotec-Belegschaft ist längst im "Löwenfieber". Viele Mitarbeiter zum Beispiel studieren nach Feierabend neue Forschungsergebnisse.

"Futter" dafür gibt es auch in diesem Jahr. So ist der Start des Projekts zum Schutz des Europäischen Wolfs geplant. Damit geht es zwar nicht um Afrika, aber es ist mindestens ebenso wichtig für die Rettung bedrohter Tierarten. Auch das SOS-Wildhund-Programm soll weiter ausgebaut werden. Schließlich will man erneut Forschung über Hyänen in Zentralagrika unterstützen. Die Vorkommen und der Schutz der Tüpfelhyänen ist Inhalt des Programms.

(RP/ac/top)