Kreis Mettmann: Wülfrath pflegt Panorama-Radweg kaum

Kreis Mettmann: Wülfrath pflegt Panorama-Radweg kaum

Der Kreis Mettmann macht Druck auf Wülfrath, aber wer soll das bezahlen? Andere Städte sind vorbildlich.

Der Streit um die angemessene Pflege des Panoramaradwegs zwischen den Anrainerstädten und dem Kreis spitzt sich zu. Noch immer gibt es keine klare Regelung, wie die einzelnen Städte in Zukunft die Pflege "ihres" Radwegeabschnitts sicherstellen. Entweder mit eigenem Personal oder durch Dritte gegen Bezahlung. Oder gar durch einen Fonds, der die Pflege zahlt und durch alle Städte anteilig gefüllt wird. Die Verhandlungen darüber laufen seit Monaten – mit mehr oder weniger verhohlenen Drohungen, dass "es so nicht weiter gehen kann", wie ein Insider sagt.

Vor allem die Stadt Wülfrath muss heftige Kritik an ihrem Pflegestandard aushalten. Die gesamte Streckenlänge beträgt auf Wülfrather Stadtgebiet etwa 7,2 Kilometer. Annähernd zwei Drittel der Strecke führen durch Gehölz- und Waldbestand. Der Streckenabschnitt zwischen Tönisheider Straße und Hammerstein befindet sich bereits im Eigentum der Stadt und somit in der Unterhalts- und Verkehrssicherungspflicht.

In den nächsten Tagen will die Stadt Wülfrath klären, ob es preiswerter ist, die Wege selbst zu reinigen, sie reinigen zu lassen oder sich an einem Kreis-Fonds zu beteiligen. Die Kreis-CDU hatte die Kreisverwaltung bereits ermahnt, dass sie Wülfrath stärker an ihre Pflegepflicht erinnern solle. In Wülfrath konterte man derlei Kritik: "Wir sind die kleinste Stadt mit dem längsten Teilstück auf dem Stadtgebiet", sagte Erster Beigeordneter Rainer Ritsche. Das sei sehr viel Arbeit und beinhalte hohe Kosten. Zumindest eins ist allen Beteiligten wichtig: Ein einheitlicher Pflegestandard in den Städten ist nötig.

Andere Städte gehen mit gutem Beispiel voran: Auf Velberter Gebiet zum Beispiel kümmern sich die Technischen Betriebe um die Pflege des Radweges. "Jede Woche kontrollieren zwei Mitarbeiter den Weg und leeren die Papierkörbe", erklärte Günter Strathmann, Sachgebietsleiter für Grünflächen, im vergangenen Herbst. Rund zweieinhalb Stunden dauert diese Arbeit.

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Dreimal im Jahr mähen die Velberter die Randstreifen. Im Herbst rücken die Mitarbeiter mit den Sägen an, schneiden die Bäume zurück oder entfernen sie, falls sie in die Trasse oder in Nachbargrundstücke ragen. Hinzu kommt, dass die Kehrmaschine alle 14 Tage über den Radweg fährt und ihn säubert.

Ähnlich sieht es bei der Stadt Heiligenhaus aus. Neun Kilometer des Radweges verlaufen über Heiligenhauser Gebiet. Auch hier sind die Technischen Betriebe Heiligenhaus zuständig. "Es ist ein nicht unerheblicher Aufwand", hatte Stephan Nau, zuständig für Marketing und Tourismus, bereist früher festgestellt. Doch der Radweg steht in Heiligenhaus ganz oben auf der Prioritätenliste und ist ein wichtiger Bestandteil des Marketings.

"Deshalb bemühen wir uns um einen guten Pflegezustand, trotz personeller Engpässe", sagte Nau im Herbst vergangenen Jahres. Von Mai bis August wird der Weg täglich kontrolliert. Es werden Glas und Steine entfernt, um den Weg für Radfahrer und Skater sicher zu gestalten. Auch hier wird die Trasse wöchentlich kontrolliert, es werden Mülleimer geleert, Gras und Büsche geschnitten.

"Ein ehrenamtlicher Fahrrad-Scout meldet uns Schwachstellen und Probleme, die wir sofort beseitigen", erzählte Nau. Ärger gibt es mit Schmierereien und Aufklebern. "Oft sind die Stelen mit Graffiti und Aufklebern verschmutzt. Das bedeutet viel Arbeit für die Mitarbeiter der Technischen Betriebe, die die Stelen säubern müssen."

(RP)