Mettmann: Wucherndes Gras versperrt die Sicht

Mettmann : Wucherndes Gras versperrt die Sicht

Sträucher und Gräser haben sich an Straßenrändern explosionsartig vermehrt. Straßen.NRW kommt mit dem Mähen kaum noch nach.

Die Straßenmeisterei Velbert hat drei Unimogs mit je zwei Schneidearmen, dazu noch zwei kleinere Fahrzeuge für die engeren Straßenabschnitte. Trotzdem: Die Niederlassung von Straßen.NRW kommt derzeit mit dem Mähen der Randstreifen an Autobahnen, Bundes- und Landstraßen nicht mehr nach, sagt Ralf Platen, Betriebsdienstleiter der Straßenmeisterei Velbert. Er und seine Mitarbeiter sind für die Mäharbeiten im gesamten Kreis Mettmann zuständig.

Eigentlich beginnt die Mähsaison jedes Jahr Anfang Mai. Doch der lange Winter und dann die Nässe mit wärmeren Temperaturen haben zu einer gut dreiwöchigen Verzögerung geführt, die die Straßenmeisterei nun aufholen muss. "Wir sind mit allen Mann draußen und arbeiten uns unentwegt vor", sagt Platen. Die Beschwerden und Hinweise von Bürgern und auch aus den Rathäusern der Städte mehren sich.

"Wir bemühen uns nach Kräften, aber wir arbeiten natürlich nach Priorität ab", sagt Platen. Das heißt: Die gefährlichen Ecken und Straßenabschnitte, an denen der Wildwuchs den Verkehrsteilnehmern die Sicht nimmt, werden als Erste gemäht. Doch das klappt nicht immer so schnell, wie es wünschenswert wäre. An vielen Ecken in Mettmann, Erkrath, Wülfrath, Hilden, Monheim und Ratingen wuchert das Grün unkontrolliert zu einem natürlichen Sichtschutz.

Besonders die Kreuzungen südlich von Mettmann rund um den Südring (B7) sind als Risikopunkte identifiziert: Das gilt für die Einmündungen Südring/Erkrather Straße, Südring/Talstraße, Südring/Gruitener Weg und Südring/Elberfelder Straße. In diesen Tagen werden die Gräser, Büsche und kleinen Bäume an den Kreis-Kreuzungen und Straßenrändern so intensiv gestutzt, damit man die Zeit wieder einholt. Anfang, Mitte Juli hofft man, fertig zu sein, sagt Platen. "Zum zweiten Mal mähen die Mitarbeiter der Straßenmeisterei dann im August/September.

Damit gefährliche Ecken nicht "überleben" und zu Unfällen wegen Sichtmangels führen, sind unentwegt Streckenwarte unterwegs, die kontrollierten, ob es Ecken gibt, die dringend öfter gemäht werden müssen. Denn: Jährlich zweimal stehen Grünschnitte an Straßen und Kreuzungen turnusmäßig an. In Zeiten des Personalabbaus im öffentlichen Dienst sei es schwieriger, die gewohnten Leistungen aufrechtzuerhalten, sagt der Sprecher von Straßen.NRW, Bernd Löchter.

Die Polizei beobachtet die derzeitige Situation wie in jedem "Wildwuchs-Jahr" genau: Sie warnt deshalb vor allem Auto- und Motorradfahrer bei der Annäherung an Kreuzungen. Die Ecken seien oft schlecht einzusehen. Verkehrsteilnehmer sollten sich deshalb mit erhöhter Aufmerksamkeit und langsamer den potenziellen Gefahrenstellen nähern.

(RP/rl)
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