Wülfrath Wort-Akrobaten

Düsseldorf · Die Scheibenwischer sind mit ihrem Jubiläumsprogramm weiter auf Erfolgskurs: "Zu Hause ist's immer noch am schönsten". Die Vorstellung am Sonntag in Schlupkothen ist wieder ausverkauft.

Das Wülfrather Kabarett, "Die Scheibenwischer", ist weiter auf Erfolgskurs. Mit ihrem Jubiläumsprogramm, "Zu Hause ist's immer noch am schönsten", füllten sie Anfang November das evangelische Gemeindehaus bereits bis auf den letzten Platz. Für die beiden Veranstaltungen in der "Kathedrale" in Schlupkothen, am letzten und am kommenden Sonntag, meldete der Chef des Kommunikations-Centers Bernd Kicinski sehr schnell "ausverkauft". Die Kabarettisten freut es, auch wenn sie noch nach dem Grund rätseln. "Seit wir in Schlupkothen auftreten, kommen auch zum Gemeindehaus mehr", meinte Ulrich Neumann.

Die Scheibenwischer – 1970 als evangelische Laienspielschar ins Leben gerufen – präsentierten ihr Programm zum 40-Jährigen in der Kathedrale nahezu identisch wie bei der Premiere. Einzelne kleine Sketche mehr, die wegen Überlänge der Geburtstags-Veranstaltung dem Rotstrich zum Opfer fielen, im Übrigen unbearbeitet. "Wir haben nicht aktualisiert, da wir im Ort ja immer noch die gleiche Regierung haben", schmunzelten Scheibenwischer-Urgesteine Neumann und Thomas Ackermann. Sollte sich bis zur Aufführung, 13. Februar, da noch etwas ändern, würden sie Tag und Nacht arbeiten.

Mit Schwung und Musik

Mit Schwung, Stimmung, Musik und Gesang ging es in 31 Programm-Punkten, plus drei kurze Zugaben, Schlag auf Schlag durch Zuschauer und über die Bühne der Kathedrale. Lokalpolitik, Unterhaltungsbranche, Werbefernsehen, Menschen mit Macken und vieles mehr wurde durch den sprichwörtlichen Kakao gezogen. Eine Spitze ging gleich zu Beginn in Richtung Verwaltungsspitze, die man gern einmal bei einer Veranstaltung begrüßen würde. "Wir haben überlegt, ob wir nicht Donnerstag, 15 Uhr, im Rathaus, zur besten Öffnungszeit auftreten. Aber die Bürgermeisterei hat bei uns nicht angefragt", kalauerte Ackermann.

Lokalpolitisch ging es um "neue Mitte", Rathaus-Areal, Stadthalle ("das muss alles weg, wie sonst sollte man den Schachzug mit dem Umzug des Rathauses begründen") ehemalige und neue Bürgermeisterin. Ein namentlich nicht genanntes Ratsmitglied, das vorher in der Verwaltung tätig war, bekam sein Fett weg, ebenso wie Frau Dr. Panke. An die Bürgermeisterin wandte sich vor allem ein um die Stadt besorgter Bürger. "Ich habe alles im Griff", so die Antwort.

Den zahlreichen Kabarett-Besucher von außerhalb fehlte zum Schmunzeln über Lokales das Hintergrundwissen. Sie hatten bei der sehr unterhaltsamen Aufführung mehr Spaß am köstlichen "Dinner Erotica", an Herbert Knebels Doppelgänger, Imbissdeutsch, Zaubertricks, Lied vom "Pöter" sowie herrlichen Venedig-Impressionen. Letztere hatten die Scheibenwischen auf ihrem Betriebsausflug zum 40-Jährigen festgehalten.

(RP)