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Workshop „Mobilität in Mettmann“: Rund 120 Mettmanner Bürger wollen am Verkehrskonzept mitarbeiten

Neandertalhalle gut gefüllt : Bürger arbeiten mit am Verkehrskonzept

Rund 100 Interessierte kamen zum ersten Bürgerworkshop „Mobilität in Mettmann“ in die Neandertalhalle.

Es ist das erste Mal, dass ein solch bedeutendes Thema wie das Gesamtverkehrskonzept mittels Workshops in die Bürgerschaft getragen wurde. „Eine solche Bürgerbeteiligung bei einem so kontroversen Thema ist neu“, meinte auch Christian Caspar, Vorsitzender des Planungsausschusses, der über den regen Andrang in der Neandertalhalle freudig überrascht war.

Knapp 120 Bürger waren gekommen, um an der ersten von drei Workshop-Veranstaltungen zum Thema Mettmanner Verkehr teilzunehmen und mitzureden. „Verkehr betrifft jeden von uns“, erklärte Sandra Pietschmann, die diese Form der Bürgerbeteiligung für „die 100 Prozent richtige Entscheidung“ hält. Grundsätzlich interessiere sie sich für das gesamte Verkehrskonzept. „Wie wir eine Optimierung des Individualverkehrs hinbekommen“, meinte sie, „den ÖPNV verbessern.“ Am Herzen liegt ihr, dass alles im Konsens zwischen den einzelnen Stadtteilen erfolgt.

Um alle Anwesenden auf den gleichen Wissensstand zu bringen, gab es kurze Einführungen von Planungsdezernent Kurt Werner Geschorec sowie Michael Baier vom Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Reinhold Baier. Geschorec erklärte, dass in Mettmann eine besonders hohe Pkw-Dichte herrsche und ging auf das 2005 beschlossene Verkehrskonzept mit einer Beruhigung der Innenstadt und der Osttangente ein. Dann erläuterte er Details zum aktuellen Gesamtverkehrskonzept. „Es sollen alle Verkehrsarten angemessen berücksichtigt werden“, versprach er. Über einen Planungszeitraum von zehn bis 20 Jahren gehe es darum, Verkehre zu verlagern, zu vermindern und zu steuern. Die Bürgerbeteiligung sei dem Stadtrat dabei besonders wichtig. „Sie sind dort draußen unterwegs und wissen, wo es hakt.“

Michael Baier stellte die bisherige Arbeit des Planungsbüros vor. Zunächst wurden Analysen erstellt, darauf dann Szenarien aufgebaut, um Zielkonzepte erarbeiten zu können. „Wir haben Mettmann in 26 Verkehrszellen eingeteilt“, erklärte Baier. Knotenstromzählungen – Fahrzeugerfassung an Knotenpunkten – wurden durchgeführt und Prognosen erstellt. Nach den Einführungen konnten die Bürger unter Moderation von Thomas Scholle von „Plan Lokal“ zunächst an Tafeln ihre Haltung und Position darlegen, um in einem zweiten Workshop-Teil Stellung zur Verkehrssituation Mettmanns zu nehmen.

„Wir haben Mettmann in fünf Teilräume eingeteilt“, erklärte Scholle. Die Workshops nutzten die Bürger nicht nur, um auf Missstände hinzuweisen, sondern auch, um Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Ein wichtiger Punkt war der Verkehr, der durch die engen Gassen der Oberstadt fließt. Da sehen die Bürger zu viele Autos und damit eine Gefahr für die Fußgänger. Viele Bürger waren aus Stadtteilen gekommen, die nicht so gut angebunden sind. Sie machten auf ihre unzureichende Verkehrssituation aufmerksam.

„Ein Thema war auch der Radverkehr“, sagte Kurt Werner Geschorec. „Dem wird man sich künftig deutlich mehr widmen müssen.“ Nun werden erst einmal alle Bürgerkommentare ausgewertet, bevor der nächste Veranstaltungstermin festgelegt wird.