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Mettmann: Wohnung für Fundkatzen

Mettmann : Wohnung für Fundkatzen

Auf dem Gelände des Baubetriebshofes sollen demnächst ausgesetzte und wilde Katzen vorübergehend unterkommen. Der Tierschutzverein Mettmann sucht dringend ein neues Zuhause für viele Samtpfoten.

Katzen sind kuschelig weich und rollen sich auf dem heimischen Sofa schnurrend zusammen. Für viele sind die Vierbeiner die idealen Hausgenossen. Probleme tauchen in der tierischen Wohngemeinschaft erst dann auf, wenn die Katze nach einem Rendezvous mit einem Kater trächtig zurückkehrt oder der Hausgenosse auf Samtpfoten in die Jahre gekommen ist und Pflege braucht.

"Viele Tiere werden dann einfach vor die Tür gesetzt", berichtet Wolfgang Kohl, Vorsitzender des Mettmanner Tierschutzvereins. "Die Tierheime sind alle belegt, und unsere Pflegestellen können auch keine Tiere mehr aufnehmen."

Früh kastrieren lassen

Künftig sollen die Fundkatzen auf dem Gelände des Baubetriebshofes unterkommen. Dort entsteht gerade eine Zweizimmerwohnung für die vierbeinigen Findlinge. "Wie hatten dort schon vorher ein Katzenhaus, doch das war baufällig", berichtet Wolfgang Kohl.

Er ist mit den Fortschritten am Bau zufrieden. "Derzeit laufen die Innenarbeiten und wir hoffen, dass in den nächsten Wochen alles geschafft ist." Wie viele Tiere dann in den beiden Räumen übergangsweise eine Unterkunft finden, ist allerdings unklar. "Das hängt auch davon ab, wie die Katzen sozialisiert sind und sich in einer größeren Gruppe verhalten." Ein Tierheim kann die Herberge ohnehin nicht ersetzen. Die Mitglieder des Tierschutzvereins haben wenig Hoffnung, die Tiere auch aus ihren Pflegestellen in naher Zukunft vermitteln zu können.

"Es sind einfach zu viele." Um die Vermehrung einzudämmen, lassen die Vereinsmitglieder alle Tiere sofort kastrieren und fangen dazu auch verwilderte Katzen ein. Immer Katzenbesitzer wollen sich die Kastration lieber sparen. "Die Wirtschaftskrise macht sich bei vielen Familien bemerkbar, und das bekommt auch das Tier zu spüren", berichtet Wolfgag Kohl. Er empfiehlt, Kater mit sechs Monaten und Katzen mit sieben Monaten kastrieren zu lassen.

"Kater laufen einer Katze oft kilometerweit hinterher, und Katzen kommen trächtig zurück." Wenn die Tiere ausgesetzt würden, falle das oft gar nicht gleich auf, weil es nichts Ungewöhnliches sei, dass sie sich draußen frei bewegten. Ohne Zusatzfutter hat das Tier jedoch kaum eine Überlebenschance. "Sie müssten zehn Mäuse täglich fressen", sagt Wolfgang Kohl.

Gemeinsam mit seinen Vereinskollegen bringt er Futter zu einer wilden Kolonie in Obschwarzbach. Wenn im Moment jemand eine Katze findet, kommt sie übers Ordnungsamt nach Hilden ins Tierheim. Dort warten sie auf jemanden, bei dem sie sich auf dem Sofa schnurrend zusammenrollen können.

(domi)