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Mettmann: Wohnen an der Kirchendelle

Mettmann : Wohnen an der Kirchendelle

Die Mettmanner CDU-Ratsfraktion stellt die Rahmenplanung für das künftige Neubaugebiet zwischen Mettmann und Metzkausen vor. Bürger kritisieren die Durchgangsstraße und die hohen Lärmschutzwände.

In der Kirchendelle sollen auf einem 29 Hektar großen Gelände Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Der Rahmenplan für das Neubaugebiet ist aufgestellt, vom Planungsausschuss gebilligt und wird an die Bezirksregierung weitergegeben, um in den Regionalplan einzufließen. Die CDU-Ratsfraktion unterrichtete die Bürger im Ratskeller in Metzkausen über den Stand der Planung sie Bürger – und traf auf Kritik.

"Das Gebiet an der Kirchendelle ist das einzige, das die Stadt in den nächsten Jahren überhaupt noch großflächig mit Einfamilienhäusern und Wohnungen bebauen kann," unterstrich Fraktions-Vorsitzende Ute Stöcker. Von den 29 Hektar sollen 19 bebaut werden.

Als neuralgischer Punkt stellte sich in der Diskussion die zweispurige Erschließungsstraße samt Lärmschutzwall heraus. Sie soll nicht nur auf der für die B 7n vorgesehenen Trasse verlaufen, sondern auch teilweise deren gedachte Funktion als dritte Entlastungsstraße neben Seibelspange und Osttangente übernehmen.

Blick auf ein Straßenmonster

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"Statt des Blicks ins Grüne schauen die künftigen Bewohner auf den Lärmschutzwall für dieses Straßenmonster," äußerte Gregor Neumann seine Bedenken. "Diese Straße wird das Gebiet extrem unattraktiv machen. Wir haben hier ein fantastisches Grün, das ist ein Alleinstellungsmerkmal, das wir damit kaputtmachen." Wie andere im Publikum wünschte er sich alternative Überlegungen, die nicht das Auto in den Fokus der Planung stellen.

Eine gute Verkehrsanbindung ist aber auch Standortfaktor bei der Entscheidung für die Wohnortwahl, machte Holger Kolp deutlich, der vor kurzem an die Florastraße gezogen ist: "Qualität einer Stadt macht für mich nicht nur aus, dass man im Grünen sitzt. Man muss auch gut rein und raus kommen." Neben der Frage nach der Entwicklung der Verkehre stand auch die nach den Kosten, die auf die Stadt und die Bürger zukommen, im Mittelpunkt der Diskussion.

"Frühere Neubaugebiete sind erschlossen worden, ohne die Folgekosten für zusätzliche U3-Kita- und Schulplätze mit zu bedenken," gab Ute Stöcker dem Einwand eines Zuhörers Recht. Ein weiteres Projekt, das im Zusammenhang mit dem zukünftigen Baugebiet zu sehen ist, ist der Bau der siebenzügigen Kita, die gleichzeitig Familienzentrum werden und im August 2013 in Betrieb gehen soll.

"Leider haben wir noch nicht die Zusage, dass wir die beantragten Fördermittel erhalten werden," räumte Aleksandra Caspar, die als CDU-Ratsmitglied den Zuhörern die bisherigen Pläne für das Kita-Projekt erläuterte, auf die Frage ein, ob die Finanzierung gesichert sei. Dennoch müsse man ihn bauen, denn ab 2013 bestehe ein einklagbarer Anspruch auf U3-Plätze.

(RP)