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Wohlfahrtspflege im Kreis Mettmann besorgt wegen Langzeitarbeitslosen

Wohlfahrtspflege im Kreis Mettmann : Angebote für Langzeitarbeitslose

Durch die Corona Krise ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Mettmann um fast 40 Prozent gestiegen. Darauf muss man reagieren, fordert die Wohlfahrtspflege.

Sie werden oft übersehen am Arbeitsmarkt, in den monatlichen Berichten werden sie eher an dritter oder vierter Stelle erwähnt und in der Corona-Pandemie gehören sie sogar zu den größten Verlierern: die Langzeitarbeitslosen. Deren Zahl ist in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen gut 14 Monaten um 39 Prozent auf über 335.000 Personen (Mai 2021) gestiegen. Das zeigt der aktuelle Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege NRW. Im Kreis Mettmann hat sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen sogar um 39,8 Prozent erhöht.

Die Corona-Pandemie hat die angespannte Situation für Langzeitarbeitslose noch einmal drastisch verschärft. Viele Menschen haben aufgrund der Krise ihre Arbeit verloren oder den Einstieg in Arbeit gar nicht erst geschafft. Im März 2020, zu Beginn der Corona-Krise, waren im Kreis Mettmann 5520 Personen langzeitarbeitslos. Heute, nach über einem Jahr Pandemie, sind es 7719 Personen. Das entspricht einer Steigerung von 39,8 Prozent.

„Diese Menschen drohen abgehängt zu bleiben, wenn die Konjunktur wieder anzieht“, mahnt der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW und Kölner Diözesan-Caritasdirektor, Frank Johannes Hensel. „Aus der Langzeitarbeitslosigkeit in die Erwerbsarbeit einzusteigen, ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie noch schwieriger geworden.“ Denn bei hohen Inzidenzzahlen und wegbrechenden Aufträgen stellte kein Arbeitgeber ein. Fortbildungskurse oder Praktika fielen dem Virus zum Opfer.

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Deshalb sei es nun wichtiger als je zuvor, die betroffenen Menschen mit guten Angeboten zu beraten, zu qualifizieren und zu beschäftigen. Anita L. arbeitet im Beschäftigungsbetrieb ProDonna der SkF Langenfeld Arbeit+Integration gGmbH. Für das Upcycling-Label Einzigware der Caritas kann sie kreativ werden und hofft auf eine zweite Chance: „Es war eine schwierige Zeit und eine große finanzielle Belastung. Nun hat auch noch mein Mann seinen Job verloren. Meine Tochter muss die zwölfte Klasse wiederholen. Uns fehlte das Geld an allen Ecken und Enden. Bei Einzigware habe ich viel gelernt, ich fühle mich einfach dazugehörig.“

Frank Johannes Hensel fordert, weitere Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose in möglichst innovativen Tätigkeitsfeldern zu erschließen. Eine wichtige Rolle spielen bei diesem Einsatz gemeinnützige Qualifizierungs- und Beschäftigungsbetriebe.

(dne)