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Wirtschaft: 2020 gewinnt der Kreis Mettmann 863 Firmen hinzu

Wirtschaft im Kreis Mettmann : 2020 gewinnt der Kreis 863 Firmen hinzu

Starkes Plus trotz Corona, weil viel weniger Unternehmen aufgaben. Denn sie hätten Hilfszahlungen des Staates zurückzahlen müssen. Kommt zum Jahreswechsel 2021/2022 ein Nachholeffekt?

Vordergründig betrachtet hat ausgerechnet das Corona-Jahr 2020 der Wirtschaftskraft gut getan. Ende 2020 gab es 863 Unternehmen mehr im Kreis Mettmann als zu Beginn des Jahres. Bei 692 Firmen davon handelte es sich um Neugründungen; 171 Unternehmen verlegten ihren Firmensitz in den Kreis. Im Vergleich zu den Vorjahren stechen die Salden von Unternehmenszu- und -abgängen deutlich heraus. Nikolaus Paffenholz, Abteilungsleiter Unternehmensservice bei der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf, rät jedoch dazu, die Werte mit Vorsicht zu betrachten: „Im Jahr 2020 liegt der positive Saldo vor allem darin begründet, dass es rund 1000 vollständige Aufgaben weniger gab als im Schnitt der zurückliegenden Jahre, also etwa 25 Prozent weniger als üblich. Die Neugründungen waren dagegen stabil und lagen nur leicht unter dem langjährigen Durchschnitt.“

Als Grund hierfür vermutet Paffenholz die Corona-Hilfen des Staates für die Wirtschaft. Denn im Kleingedruckten dieser Unterstützung steht jeweils, dass der Empfänger sie zurückzahlen muss, falls er sein Unternehmen trotzdem schließt. „Auch im Kreis Mettmann stellt sich somit die Frage, ob es Ende 2021/Anfang 2022 noch Nachholeffekte bei den Unternehmensaufgaben geben wird“, sagt Paffenholz

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Bezogen auf die zurückliegenden sechs Jahre erkennt Paffenholz, dass sich der Unternehmenszuwachs in Düsseldorf vor allem durch ein dynamisches Gründungsgeschehen ergibt, während der Unternehmensbestand im Kreis Mettmann vor allem vom positiven Wanderungssaldo profitiert. Es ziehen unter dem Strich mehr Unternehmen in den Kreis als fortziehen.

Ein zweiter Blick gilt der Dienstleistungsbranche, die unter der Pandemie besonders gelitten hat. Hier seien die Gründungsaktivitäten merklich gegenüber dem Vor-Corona-Durchschnitt zurückgegangen, etwa im Gastgewerbe um 30 Prozent. Allerdings habe es zugleich rund 30 Prozent weniger Gewerbeabmeldungen in der Gastronomie gegeben.