1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Wintereinbruch im Kreis Mettmann: Schneeromantik mit vielen Gefahren

Wintereinbruch im Kreis Mettmann : Schneeromantik mit vielen Gefahren

Das Telefon stand kaum still: Rund 200 Einsätze zählte die Kreisleitstelle der Feuerwehr am Sonntagmorgen. Während Frühaufsteher ein vergängliches Wintermärchen genossen, bogen sich zahlreiche Bäume unter der Schneelast.

Der frühe Jogger fängt die Flocke. Und auch wer einen Hund hat, ist fein und früh raus: Ganz Mettmann, Erkrath, Wülfrath erstrahlte am Sonntag als Wintermärchen. Schnee wippte dekorativ auf allen Tannenwipfeln. Eine glitzernd-weiße Decke lag über der Landschaft, gut drei Finger hoch. Auf manchen Höhen knirschten Optimisten auf Langlauf-Skiern über die Wiesen und Feldwege. Die weiße Winterpracht hielt allerdings nur wenige Stunden, bereits am späten Sonntagmorgen schmolz er dahin, der Traum von Ski und Rodel. Zahlreiche Kinder stuckerten traurig mit ihren Schlitten durch die Reste des morgendlichen Wintereinbruchs.

Für die Feuerwehr hielt der Schneefall in der Nacht allerdings eine äußerst arbeitsreiche Kehrseite bereit. Mehr als 200 Einsätze zählte die Kreisleitstelle bis elf Uhr – eine „extreme Wetterlage“ mit zahlreichen Einsätzen, wie die Leitstellenleitung nüchtern zusammenfasste. Alle Einheiten waren seit den frühen Morgenstunden im Einsatz und arbeiteten die Einsatzorte nacheinander ab.

Unter anderem musste die Talstraße im Neandertal gesperrt werden, weil Bäume umzustürzen drohten. Die Äste bogen sich unter dem schweren, nass-pappigen Schnee. Die Feuerwehr packte ihre Kettensägen aus und beseitigte die Gefahren durch überhängende Äste, die abzuknicken drohten. Nach Angaben der Polizei war die Talstraße gleich zwei Mal voll gesperrt – am Sonntagfrüh gegen Viertel vor sechs und noch einmal kurz nach sieben Uhr. Da habe die Feuerwehr noch einmal nacharbeiten müssen. Die Sperrungen konnten – wie an anderen Stellen auch – nach kurzer Zeit wieder aufgehoben erden.

Auf der kurvigen Flandersbacher Straße in Wülfrath musste nach Polizeiangaben ein Autofahrer gegen 6.40 Uhr erleben, was passiert, wenn Gefahrenstellen nicht rechtzeitig geräumt werden können. Dort habe ein Baum quer über der Straße gelegen. Ein Auto rutschte in das Hindernis hinein. Es sei dabei niemand verletzt worden, an dem Wagen entstand nach Auskunft der Polizei ein geringer Blechschaden.

Die Schneefront am frühen Morgen habe vor allem die Städte Velbert, Mettmann und Ratingen getroffen, teilte die Feuerwehr mit. Im Autobahnkreuz Ratingen-Ost krachte es auf matschig-rutschiger Fahrbahn gleich mehrfach. Nach Angaben der für den Bereich der Autobahnen zuständigen Polizei-Leitstelle in Düsseldorf seien dort einmal vier, und bei einem Folgeunfall zwei Fahrzeuge in Karambolagen verwickelt gewesen. Bei einer der beteiligten Personen waren die Verletzungen aus dem Unfall so schwer, dass die Notärzte und Sanitäter vor Ort einen Rettungshubschrauber hinzu riefen. Der Helikopter brachte die schwerverletzte Person nach Angaben der Polizei zum Uniklinikum Essen.

Während die Feuerwehrleute und Ordnungshüter alle Hände voll zu tun hatten, um vorbeugend Unfallstellen zu entschärfen, konnten sich die Bürger der Illusion hingeben, mal ordentlich eingeschneit zu sein. In den sozialen Medien werden jede Menge Fotos von Winterlandschaften geteilt. Die schönsten davon entstanden vor Sonnenaufgang. In Wülfrath war Krapps Teich Am Diek ein lohnendes Fotomotiv in aller Frühe. Im Neandertal begeisterten die Spazierwege entlang der Düssel. In Erkrath lohnten die Düsseldauen hinter dem Toni-Turek-Stadion einen Ausflug in das vergängliche Winter-Wunderland.