Wülfrath: Wieder Zeittunnel-Zeit

Wülfrath: Wieder Zeittunnel-Zeit

Die Fledermäuse verlassen ihr Winterquartier – die Vorbereitungen für die neue Ausstellungssaison laufen.Im vergangenen Jahr kamen 12 600 Besucher. Die Stadt sucht wegen der Kosten einen Träger.

Die Fledermäuse verlassen ihr Winterquartier. In den Zeittunnel zieht wieder die erlebnisorientierte Ausstellung über 400 Millionen Jahre Erdgeschichte und Industriegeschichte des Kalkabbaus ein. Die Vorbereitungen laufen. Saisonstart ist Sonntag, 25. April. Dass im Seitenstollen des Tunnels mit Horchgeräten tatsächlich Geräusche von Fledermäusen aufgezeichnet wurden, bestätigte Zeittunnel-Leiterin Andrea Gellert im Kulturausschuss bei einer eindrucksvollen Powerpoint-Präsentation. Angesichts des generellen Rückgangs von Fledermäusen waren gelegentlich Zweifel geäußert worden, ob sie in dem historischen Abbautunnel eines Steinbruchs noch überwintern.

Leuchtturm im Kreis Mettmann

Nicht nur Fledertiere wissen die Einrichtung zu schätzen. "Ich finde, der Zeittunnel ist ein Leuchtturm im Kreis Mettmann. Ohne den Zeittunnel können wir den Alleenwanderweg vergessen", sagte Fachbereichsleiter Hans-Werner van Hueth. Allerdings sehe das Haushaltssicherungskonzept IV vor, ihn in andere Trägerschaft zu übergeben. Die NRW- Stiftung habe abgelehnt. Der Landschaftsverband habe nur Hilfe bei der Vermarktung zugesagt. Gespräche mit dem Kreis (bislang ohne Erfolg) würden wieder in Angriff genommen. Manfred Hoffmann, SPD, bezeichnete den Zeittunnel im Ausschuss als wichtigen weichen Standortfaktor im touristischen Netz. "Wir würden als Wülfrather gut daran tun, uns dazu zu bekennen." Der Kreis Mettmann müsse zudem ein Interesse haben, dass der Zeittunnel im Kreis erhalten bleibt. Trotz derzeitiger finanzieller Lage sei Rheinkalk der Ansprechpartner schlechthin. Hoffmann empfahl weiterhin, den Verband der Kalkindustrie anzusprechen. "Der Zeittunnel hat auch etwas mit Kalk zu tun", sagte er.

Neben museumspädagogischen Programmen für Schulklassen, Kindergeburtstagen zum Thema, "Natur und Erdgeschichte", Führungen zur Erd- und Industriegeschichte, setzt der Zeittunnel auf Naturvermittlung und Naherholung. "Der Zeittunnel ist Informations- und Ausgangspunkt für Wanderungen um die Wülfrather Kalksteinbrüche. Bei Kindern erfreuen sich unser Klopfplatz und der Mineralien-Sandkasten besonderer Beliebtheit", hob Gellert hervor.

Laut Tourismusgutachten 2009 des Kreises sei der Zeittunnel nach dem Neanderthalmuseum – allerdings mit riesigem Abstand- die bekannteste Einrichtung. 2009 hatte er 12 600 Besucher – vornehmlich aus dem Kreis, aus Wuppertal und Düsseldorf. Stetig ansteigend ist die Anzahl der Gäste, die mit der RuhrTOPCard kommen.

Der Zeittunnel erwirtschaftet 40 000 Euro durch Eintritt und Museumsshop. Dem stehen 160 000 Euro an Ausgaben entgegen – Geschäftsausgaben, Bauunterhaltung, Personalkosten. Für Aufsicht und Kasse stehen 40 Ehrenamtliche zur Verfügung.

(RP)