1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Erkrath: Wie Wirtschaft gefördert wird

Erkrath : Wie Wirtschaft gefördert wird

Die Wirtschaftsförderung in Erkrath soll grundlegend umgekrempelt werden. Die zentrale Frage lautet, wie Unternehmen angelockt werden können. Antworten gibt es aber erst im Stadtentwicklungskonzept.

Eine der Ursachen für Erkraths Haushaltsmisere sind große Einbrüche bei der Gewerbesteuer. Ein sattes Minus von drei Millionen musste Kämmerer Heribert Schiefer schon im letzten Jahr verzeichnen. Für dieses Jahr sehen die Prognosen kaum besser aus, die Finanzkrise hat auch Erkrath im Griff. Vorgeschlagen sind Kürzungen bei der Renovierung von Schulen. Selbst wenn es bis zur nächsten Wahl noch lange hin ist, das möchte keine Partei gerne den Bürgern gerne zumuten. Kein Wunder also, dass die neue Mehrheit n nach Auswegen aus der Misere sucht. Und glaubt, beim Thema Wirtschaftsförderung in Erkrath ansetzen zu können. Es wäre ja auch zu schön, wenn sich in Erkrath auf einmal finanzstarke Unternehmen ansiedeln, die reichlich Gewerbesteuer zahlen und damit die Stadtkasse sanieren.

Mehrseitige Fragenkataloge

Mit mehrseitigen Fragenkatalogen bombardierten SPD, BmU und Grüne vor kurzem den Kämmerer. Er möge ihnen doch Auskunft geben, wo und wie viele Leerstände von Gewerbeflächen in Unterfeldhaus gebe. Darüber hinaus möchte der Grüne Peter Knitsch gerne wissen, wo und in welcher Höhe in Erkrath Gewerbesteuer gezahlt wird. "Das kann man allein aus Datenschutzgründen in Erkrath nicht aufschlüsseln", sagte nun Kämmerer Schiefer im Ausschuss für Wirtschaftsförderung. Die Stadt sei so klein, da wüsste fast jeder direkt, welche Unternehmen betroffen sind.

Die BmU fragt an, ob es in Erkrath überhaupt einen "Kümmerer" gibt, der Anfragen von ansiedlungswilligen Unternehmen bearbeitet. Bevor überhaupt neue Flächen ausgewiesen werden sollen, möchte die BmU wissen, für wen gebaut wird, warum an der konkreten Stelle und welche Folgen das für Naturschutz und Wohngebiete hat.

Wünsche von Firmen erfüllen

Fast 100 Detailfragen zur Wirtschaftsförderung hat die SPD im Köcher. "Welche Bedeutung hat der Mittelstand" für Erkrath ist eine der wichtigsten Fragen. Die Frage, "bestehen lokale Cluster um Synergieeffekte zwischen den Unternehmen zu nutzen", dürfte allerdings nur schwer zu beantworten sein. Richtige Antworten soll es eh erst im Stadtentwicklungskonzept geben, dass von der neuen Mehrheit für 120 000 Euro in Auftrag gegeben worden ist.

Kämmerer Heribert Schiefer hat schon mal einige Punkte formuliert. Er wünscht sich einen regelmäßigen Dialog mit den Unternehmen. Vor allem aber möchte er die Bestandspflege in den Vordergrund stellen. Wünsche etwa nach einer Erweiterung müssten diskutiert, geprüft und möglichst auch erfüllt werden. Dazu müssen auch die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, so Schiefer.

(RP)