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Wie Mettmanner Schulen mit den Corona-bedingten Verzögerungen bei den Terminen für die Abi-Prüfungen umgehen

Corona verzögert die Prüfungen : Corona bremst die Abiturienten aus

Das Datum für die Abiturprüfungen ist raus. Zumindest vorerst. Wie gehen die Schulen damit um? Einige Schüler sind verunsichert.

Die Abiturprüfungen sollen nach Beschluss der Landesregierung trotz Corona-Krise in diesem Jahr stattfinden, um drei Wochen nach hinten verschoben vom 12. bis 25. Mai. Damit hätten die Schüler mehr Zeit, sich auf die Prüfungen vorzubereiten.

„Das ist ein sehr faires Angebot. Damit haben wir Planungssicherheit für Schüler und Lehrer“, sagt Jens Teller, stellvertretender Leiter des Konrad-Heresbach-Gymnasiums – und möchte dennoch nicht verschweigen, was ohnehin viele denken: „Aber diese Terminierung ist nicht felsenfest, es gibt noch keine Garantie.“

Nicht felsenfest, keine Garantie, genau das macht vielen Schülern zu schaffen, wie beispielsweise Maria Viehbeck berichtet. Die 18-Jährige bereitet sich derzeit auf ihr Abi in Englisch, Erdkunde, Mathe und Spanisch am Heinrich-Heine-Gymnasium vor – und stellt noch jeden Morgen den Wecker, als ginge es zur Schule.

„Wir haben unsere Aufgaben ja per Mail bekommen und ich habe versucht, alles zeitnah zu erledigen“, erzählt die junge Mettmannerin. Aber ihr fehlt der unmittelbare Kontakt zu den Lehrern, die schnelle Ansprache, wenn Fragen aufkommen. Und dann sei man zu Hause auch viel schneller abgelenkt. Doch noch mal aus dem Fenster gucken, Tee aufgießen, zweites Frühstück zubereiten?

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„Die digitalen Lernmöglichkeiten sind schon in Ordnung, aber ich habe die Kontakte und den geregelten Ablauf in der Schule vermisst, die Anleitung durch die Lehrer, die uns durch den Stoff führen“, sagt Maria Viehbeck. Es sei unfair, sich vieles selber erarbeiten zu müssen, immerhin fehlen ihr zwei Wochen Schulzeit.

So ganz wären viele Schüler in dieser Zeit auch nicht gegen das Feriengefühl angekommen und manch einer laufe Gefahr, den Lernstoff dadurch etwas zu entspannt anzugehen, erzählt sie. Und „viele sind traurig, dass zum Beispiel die Mottowoche im Vorfeld des Abiturs abgesagt wurden. Das sind Erfahrungen, die uns genommen werden. Außerdem fragen wir uns, ob es überhaupt einen Abi-Ball geben wird, einige haben schon Kleider dafür gekauft.“

Hanno Grannemann, der das Heinrich-Heine-Gymnasium leitet, hat alles daran gesetzt, dass er und sein Kollegium mit den Schülern in Kontakt bleiben, sie mit Aufgaben und Rückmeldungen versorgen und den Verzagenden unter ihnen ein gutes Gefühl geben. „Wir wissen allerdings selbst nicht, ob der Schulbetrieb nach den Osterferien wirklich weitergeht, auch für uns ist diese Situation sehr unbefriedigend“, sagt Grannemann.

Aus seiner Sicht hätten die Prüfungen ohne dreiwöchige Verzögerung zum regulären Zeitpunkt stattfinden können. Die letzten Wochen vor den Osterferien seien für Abiturienten auch nicht entscheidend, diese Zeit diene generell eher der Wiederholung, der Festigung bereits bekannter Stoffe. Und das gehe auch auf digitalem Weg, die Lernforen funktionierten reibungslos, sagt Grannemann.

 Sein Fazit: „Die Verschiebung der Prüfungen ist unglücklich, sie lässt die Schüler im Ungewissen. Und zu viel Aufschub ist irgendwann auch nicht mehr realistisch, wenn die Prüfungen noch in diesem Schuljahr stattfinden sollen.“

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