Werbegemeinschaft in Mettmann

Bilanz: Einzelhandel sieht Netztrennung kritisch

Die Werbegemeinschaft feiert in diesen Tagen ihr 80-jähriges Bestehen. Die Herausforderungen sind größer geworden. Die Themen Verkehr und Leerstand stehen im Mittelpunkt.

Die Werbegemeinschaft, auch Mettmann Impulse genannt, feiert in der nächsten Woche ihr 80-jähriges Bestehen. Vieles hat sich seit der Gründung im Jahr 1938 geändert. Heute zählt die Werbegemeinschaft etwa 120 Mitglieder, ein Drittel sind Einzelhändler, die ein Geschäft führen. Die äußeren Einflüsse seien größer geworden, die Zukunftsängste gewachsen, sagt Impulse-Sprecher Andreas Konrad. Im Gegensatz zu früher, gibt es heute in Mettmann weniger inhabergeführte Geschäfte, sagt Vorstandsmitglied Ingo Grenzstein. Die großen Namen sind weniger geworden: Frickenhaus, Murjahn, Brenger - alles Geschichte.

Die Werbegemeinschaft hat allerdings immer noch ein Ziel: Den Handel in der Innenstadt stärken, sie Stadt attraktiver zu gestalten, aber auch die Peripherie nicht aus dem Fokus nehmen.

Sogenannte „Big Points“, also Themen, die eine große Rolle spielen, gab es früher und gibt es heute. Beispiel: Verkehr. Die Einstellungen zur Netztrennung seien unterschiedlich unter den Händlern, sagt Andreas Konrad. Einige stört sie nicht, haben sich vermutlich damit arrangiert, andere sprechen von einer Existenzgefährdung „Wir müssen allen Betroffenen zuhören und ihre Argumente abwägen“, sagt Konrad. Seiner Meinung nach müsse dem Radverkehr mehr Beachtung geschenkt und damit das Radwegenetz verbessert werden. Mit der Netztrennung, also teilweise autofreie Innenstadt für den Privatverkehr, sei man gezwungen, mehr Kilometer zu fahren. Dies belaste die Umwelt. Und: „Der Verkehr“, so Grenzstein, habe sich verlagert. Man müsse die Anwohner in der Nordstraße, Berliner Straße und Florastraße verstehen. Sie würden unter der Verkehrszunahme leiden.

Drittes Thema sind die Leerstände in Mettmann. Hier stellt sich der Vorstand von Mettmann-Impulse die Gründung einer Marketing-Gesellschaft vor.  Sie müsse sich hochprofessionell um dieses und andere Themen kümmern. Sie sollte nicht im Rathaus verortetet sein, sondern unabhängig agieren können.

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Die Stadt sollte mit im Boot sein, die Werbegemeinschaft, Vereine Interessenverbände ebenfalls. Nur wenn man ein attraktives Einkaufsklima schaffe  und das Sortiment stimme, könne man auch die Leerstände bekämpfen. Gespräche mit den Eigentümern der Ladenlokale seien unerlässlich.

Beim Thema verkaufsoffene Sonntage gibt es auch in der Werbegemeinschaft unterschiedliche Ansichten. „Vieles hängt vom Wetter und vom Sortiment ab“, sagt Grenzstein.

Auch wenn die Einnahmen nicht an erster Stelle stünden, sei doch der Werbeerfolg für die Stadt insgesamt durch einen verkaufsoffenen Sonntag groß. In diesem Zusammenhang wünscht sich Mettmann-Impulse mehr Events in der Innenstadt. Hier begrüße man ausdrücklich die Privatinitiativen. Die Stadt, so die Meinung von Me-Impulse, könnte einen kleinen finanziellen Betrag für diese Veranstaltungen leisten, zumal die Events ja mehr Besucher in die Innenstadt lockten. Die Stadt hatte dies während der Baustellenphase in der Innenstadt auch getan. 

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