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Mettmann: Weingeschäft ist wieder in Mettmann

Mettmann : Weingeschäft ist wieder in Mettmann

Hans-Werner Stahlschmidt und Monika Bruns haben "Bea-Weine" in der Oberstadt eröffnet.

Barbara Harthock nippt noch einmal an ihrem Glas Prosecco. "Herrlich erfrischend, eine Mischung aus Apfel und Zimt, einfach lecker". Dann stellt sie das Glas ab, umarmt Hans-Werner Stahlschmidt herzlich. "Schön, dass ihr wieder da seid."

So wie der Mettmannerin geht es vielen: Sie kennt den erfahrenen Weinhändler noch aus "alten Zeiten", als er sein Geschäft an der Mühlenstraße hatte. "Wir sind damals aus Platzgründen nach Homberg gezogen, dort konnten wir einen größeren Laden übernehmen, aber jetzt wollten wir uns aus Altersgründen einfach wieder verkleinern", erzählt der 70-Jährige, während er immer wieder alten Freunden, Kunden und Bekannten zu winkt, Hände schüttelt. Nun also ist das neue Ladenlokal an der Lutterbecker Straße eröffnet, aus gesundheitlichen Gründen hatte sich das etwas verzögert. In Holzkisten lagern die edlen deutschen und internationalen Weine, in der Mitte des Raumes steht ein großer Holztisch, dort werden die Verköstigungen stattfinden. Der Raum ist klein, die Stimmung familiär, man kennt sich.

"Der Service ist erstklassig", schwärmt Stammkunde Matthias Röttger, "wenn ich telefonisch Wein zu einem bestimmten Anlass bestelle weiß ich, dass genau nach meinen Vorstellungen und meinem Geschmack geliefert wird. Es herrscht großes Vertrauen zwischen uns." Hans-Werner Stahlschmidt lacht. "Es gibt drei Dienstleister, die man nicht wechselt wenn sie überzeugt haben: den Zahnarzt, den Friseur und den Weinhändler". Und so greift auch das Paar beim Direktimport über kleine Zwischenhändler nur auf Vertrautes zurück. "Früher haben wir Weinbauern auch selbst besucht. Heute wissen wir, dass wir uns auf unsere langjährigen Partner wunderbar verlassen können", erzählt Monika Bruns, "Wir beziehen zum Beispiel acht bis zehn Weine aus Südafrika über eine Importeurin aus Haan." Derzeit seien "orange Weine" besonders gefragt: Weißweine, die wie Rotweine hergestellt werden. Stahlschmidt ist ein Experte seines Faches, gibt Seminare, hält Vorträge, ist Organisator vieler Weinfeste gewesen. Wein, sagt er, sei Lebenskult.

Ob der Wein extravagant und teuer oder günstig aus dem Supermarkt sei, spiele dabei keine Rolle. "Es gibt eh nur zwei Sorten Wein", weiß der Fachmann augenzwinkernd, "Der der schmeckt und der, der nicht schmeckt."

(RP)