Wülfrath: Weg frei für freie Schule

Wülfrath : Weg frei für freie Schule

Die Freie Aktive Schule (FAS) kauft von der Evangelischen Herminghaus gGmbH das Krankenhaus samt Gelände. 4,5 Millionen Euro werden investiert. Gebaut werden Turnhalle, Küche, Mensa und Grundschule.

Drei Jahre lang hatte die Freie Aktive Schule (FAS) versucht, das ehemalige Krankenhaus zu kaufen, in dieser Woche wurde das Ziel erreicht und der Kaufvertrag unterzeichnet. "In der Schule gab es einen Jubelsturm", berichtete Robert Freitag, FAS-Geschäftsführer. Kollegen und Schüler seien hocherfreut, dass die Entscheidung für das Domizil endlich gefallen ist.

"Das wird Kräfte freisetzen", sagte Freitag in der Pressekonferenz mit Vertretern der Stadt, der evangelisch-reformierten Gemeinde sowie der gemeinsamen Tochter Evangelische Herminghaus gGmbH, die das 9700 Quadratmeter große Gelände samt Gebäuden an die FAS verkauft hat.

Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Er soll deutlich unter dem vor zwei Jahren genannten Betrag von einer Million Euro liegen. Zum einen, weil bei den Gebäudeteilen, die für die Schulnutzung umgebaut werden hoher Sanierungsbedarf besteht, zum anderen, weil 1000 Quadratmeter an der Südstraße im Eigentum der gGmbH bleiben. Der Streifen wird verkauft, dort können Doppelhäuser gebaut werden.

Biederbeck neuer Geschäftsführer

Die Verkaufsverhandlungen seien sehr harmonisch verlaufen, berichtete Klaus Biederbeck. Der Amtsleiter Liegenschaft und Bauverwaltung der Stadt, hat die Geschäftsführung der Herminghaus gGmbH übernommen. Er lobte die Arbeit seines Vorgängers Bernd Muttersbach. Der langjährige Leiter des Gemeindeamtes der evangelischen Gemeinde war Ende Juni im Alter von 55 Jahren gestorben.

Mit Blick auf die sich drei Jahre hinziehenden Verkaufsverhandlungen sagte Biederbeck: "Die Störungen kamen aus anderer Richtung." Gemeint sind die Kliniken St. Antonius, die bis Mai 2011 das Sagen hatten wegen des Erbbaurechtsvertrags, der 2003 über 50 Jahre mit der Herminghaus gGmbH abgeschlossen war. Nach langen Auseinandersetzungen wurde vor einem Vierteljahr der Aufhebungsvertrag geschlossen und der Weg für die Freie Aktive Schule war frei.

Vorausgegangen waren der Einigung zwischen Klinikverbund St. Antonius/St. Josef und Evangelischer Herminghaus gGmbH Landgerichtsurteile, nach denen die Kliniken St. Antonius soziale und seelsorgerischere Dienstleistungsverträge (je 35 000 Euro pro Jahr) einzuhalten hatte, obwohl sie das Krankenhaus bereits geschlossen hatte. Deshalb müssen für gut zwei Jahre an die Stadt und an die Kirchengemeinde Nachzahlungen geleistet werden. Wegen unterlassener Instandhaltung und Verfall der Krankenhaus-Immobilie zahlen die Kliniken an die gGmbH eine "größere Abstandssumme". Über die Höhe wurde Stillschweigen vereinbart, sie sei sechsstellig hieß es.

Spendenaufruf

Siebenstellig ist die Summe, die die FAS in ihr neues Domizil investiert. Für den Kauf des Krankenhauses samt Umbau und Sanierung, das Gelände und den Bau einer Sporthalle, einer Küche und einer Mensa sowie einer Grundschule wird mit 4,5 Millionen gerechnet. "Eine hohe Investition. Wir hoffen auf Spenden von Bürgern und Firmen", sagte Harmen Teesselink, FAS-Vorstandsvorsitzender.

Für Bürgermeisterin Dr. Claudia Panke ist es eine begrüßenswerte Investition. "Die Freie Aktive Schule ist ein wichtiger weicher Standortfaktor für Wülfrath. Das hervorragende Angebot bringt Pendler und Neubürger in die Stadt."

(RP/rl)
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