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Was in St. Lambertus vom Corona-Jahr 2021 bleibt

Jahresbilanz : Was in St. Lambertus vom Corona-Jahr 2021 bleibt

Gemischte Bilanz: Kirchenaustritte und die Kirchen-Krise zu Köln stehen vielen Hoffnungszeichen gegenüber. Neben diesen bestimmenden Größen sieht Monsignore Herbert Ullmann aber auch viel Erfreuliches.

Gott gibt es nicht to go. Dennoch hat mittlerweile jede katholische Kirche im Sendungsraum Mettmann-Wülfrath einen Internetanschluss. Vieles war in St. Lambertus auch 2021 nicht so wie gewohnt. Dennoch ist viel passiert im zurückliegenden Jahr. Monsignore Herbert Ullmann hat das örtliche Kirchenjahr auf sechs Seiten aufgeschrieben. Sein Jahresfazit: Die Corona-Pandemie habe der Gemeinde vieles „verhagelt“. „Manches wird sich wohl nicht oder nicht so schnell wiederbeleben lassen. Die Ereignisse im krisengeschüttelten Erzbistum Köln haben uns zusätzliche Belastungen auferlegt.“ Neben diesen bestimmenden Größen sieht Ullmann aber auch „viel Erfreuliches aus Einzelbegegnungen, aus wiedererstandenen Initiativen kleiner Kreise, in der Zeit, die Menschen aufmerksam und einfühlsam füreinander einsetzen“.

Es war nicht alles Pandemie. Ja, jeden zweiten Tag ist jemand aus der katholischen Kirche in Mettmann ausgetreten – 180 Personen fühlen sich hier nicht mehr aufgehoben. Daneben aber stieg die Zahl der kirchlichen Taufen von 43 im Vorjahr auf 61 im Jahr 2021. Zur Erstkommunion gingen 94 (Vorjahr: 72) Mädchen und Jungen. In die Gottestdienste kamen im November 2021 510 Besucher. Das sind deutlich mehr Menschen als im Vorjahr (381), aber zugleich auch deutlich weniger als 2020 vor Corona im Mänz (877). Wenn sich aus den Zahlen etwas herauslesen lässt, dann ist dies ein Arbeitsauftrag und so etwas wie ein Fingerzeig: Aufgeben – ausgerechnet dann, wenn alles schwierig bis unmöglich erscheint, das gilt nicht.

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Eine hat sich im vergangenen Jahr verabschiedet: Nach fast 26 Jahren hat Anna Wagner das Pfarrbüro in die Altersteilzeit verlassen und Martina Koller folgte ihr nach. Auch sie gehört seit fast 20 Jahren zum Team – als Küsterin und Hausmeisterin und dann als Sekretärin. Es sind oftmals die Frauen, die die katholische Kirche lebendig halten, während und obwohl ihnen manches verwehrt bleibt.

Gleich zu Beginn 2021 standen die Sternsinger unter keinem guten Stern, sondern unter Corona-Fuchtel. Häuser und Wohnungen durften nicht besucht werden. Aber die Nachfahren von Caspar, Melchior und Balthasar ließen sich nicht ausbremsen, sondern tauchten in den Straßen und in der Fußgängerzone auf. Am Ende waren rund 20.000 Euro für das Kindermissionswerk eingesammelt.

Nach einer kurzen Öffnung der Gottesdienste im März musste Ostern wieder – coronabedingt – hinter verschlossenen Türen stattfinden. Ullmann empfand das nicht als „theologisch-spirituell interessanten Gedanken“, sondern als „Herzstillstand“. Plötzlich ging es in den Gotteshäusern auch um Lüftungs- und Desinfektionszeiten. Annette Droste aus dem Johanneshaus wandte sich mit der „Aktion Frühstückskorb“ an ältere Menschen. Zu Ostern gab es frisch gebackene Hefekränze und die von den Pfadfindern her bewährte Ostereier-Aktion, diesmal mit Lieferservice.

Nach den Sommerferien nahm das Gemeindeleben wieder Fahrt auf. Alle Lambertuschöre probten wieder. Unter der Leitung von Oleg Pankratz trafen sich Thom-Spatzen, Thom-Chor und Projektchor Heilige Familie und gestalteten Gottesdienste mit. Regionalkantor Matthias Röttger hatte eine mehrstimmige Messe für die „Junge Kantorei“ komponiert, mit Elementen aus der Rock- und Popmusik. Ein neuer Kinderchorkursus startete nach den Herbstferien. Sechs Marktkonzerte und zwei abendliche Orgelkonzerte brachten die Kirche zum Klingen. Nach so vielen stillen Tagen.