Mettmann: Was Fußgänger im Dunkeln schützt

Mettmann: Was Fußgänger im Dunkeln schützt

Die Polizei informiert über korrektes Verhalten und reflektierende Bekleidung im Straßenverkehr.

Besonders wenn die Tage kurz und dunkel sind, steigt das Risiko, als Fußgänger oder Radfahrer im Straßenverkehr übersehen zu werden und zu verunglücken. Um über die Gefahren aufzuklären und wichtige Hinweise zu richtigem Verhalten und Kleidung bei Dunkelheit sowie schlechtem Wetter zu geben, haben die Verkehrssicherheitsberater der Polizei gestern in der Königshof-Galerie die Aktion "Sicherheit durch Sichtbarkeit" vorgestellt.

Die Veranstaltung war eine Fortführung eines Projektes, das bereits 2016 mit der Verteilung von bis heute 15 000 Reflexbändern begonnen hat. Vor allem ältere Menschen ließen sich gern beraten und hörten den Erklärungen aufmerksam zu. Neben Informationsbroschüren, die über die Funktionsweise von Reflektormaterial und fluoreszierenden Stoffen aufklären, gab es auch Ratschläge, wie sich die "schwachen Verkehrsteilnehmer" kleiden sollten und inwiefern Sichtbarkeit, je nach Bekleidungsweise, im Dunkeln gegeben ist. "Es ist schwer zu sagen, ob Unfälle durch dunkle Kleidung verursacht wurden. Sicher ist aber, dass diese Kleidung solche Vorfälle begünstigt", sagt Karsten Ingenhoven, Dienstleiter der Verkehrsunfallprävention in Mettmann.

In einem eigens angefertigten, verdunkelten Diorama (einem Schaukasten) wurde die Sichtbarkeit von Modellfiguren mit und ohne reflektierende Kleidung gezeigt. Zusätzlich wurden Reflexbänder, Taschen in Neonfarben und sogenannte "Gaps" (einzelne, reflektierende Klebeelemente) verteilt. Regenschirme, die teilweise oder vollständig mit Reflektormaterial überzogen sind, waren für 15-20 Euro erhältlich. "Helle Kleidung, Warnwesten, Armbinden und Anhänger aus reflektierendem Material sind wichtig, da Scheinwerfer nicht um die Ecke leuchten können und Fußgänger deshalb oft nicht gesehen werden", sagt Verkehrsdienstleiter Ralf Schefzig. Die Zahlen der letzten Jahre bestätigen diese Aussage: 2016 gab es im Kreis Mettmann 76 Verletzte bei Verkehrsunfällen in der Dämmerung, 2017 sogar 80. Und Velbert musste bereits im Januar einen Verkehrstoten verzeichnen. Deshalb sagt auch Landrat Thomas Hendele, Förderer und Unterstützer der Aktion, "dass es entscheidend ist, das Bewusstsein der Leute zu verändern. Sehen und gesehen werden ist ein sehr wichtiger Punkt". Um daher so frühzeitig wie möglich, auf die Gefahren und die richtige Verhaltensweise im Straßenverkehr aufmerksam zu machen, gab es an den weiterführenden Schulen im Kreis bereits im Dezember einen Fahrradlichttest und Radfahrtrainings.

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Unterstützt wurde die Polizei außerdem von ehrenamtlichen Beratern aus dem Aktionsbündis Seniorensicherheit (ASS!). Diese informieren bei verschiedenen Veranstaltungen sowie auf dem Markt auf dem Jubiläumsplatz regelmäßig über dieses Thema. So erklärt ASS!-Mitglied Jürgen Führer, selbst aktiver Radfahrer: "Sicherheit im Straßenverkehr ist das oberste Gebot".

In Zukunft sollen nach dieser ersten Aktion noch weitere aufklärende Veranstaltungen in anderen Einkaufszentren im Kreis folgen.

(RP)