Wählergemeinschaft will Honorar für Gutachten kürzen

Ärger um Verkehrsplanung in Mettmann : Wählergemeinschaft will Honorar für Gutachten kürzen

Weil es inhaltliche und handwerkliche Mängel hat, ist aus Sicht der UBWG das Gutachten zur Verkehrsentwicklungsplanung in Mettmann sein Geld nicht wert.

(arue) Die Unabhängige Bürger-Wähler-Gemeinschaft Mettmann (UBWG) will das Honorar des Gutachters für das Verkehrskonzept kürzen lassen. Einen entsprechenden Antrag für den nächsten Verkehrsausschuss am 11. September legt Fraktionsvorsitzender Hans Günther Kampen jetzt vor. Er will von der Stadtverwaltung geprüft wissen, „ob eine Revision des Gutachtens durchsetzbar ist oder ob der Umfang des Gutachterhonorars gekürzt werden kann“.

Aus Sicht von Kampen weise das Gutachten „methodische Mängel und inhaltliche Defizite auf. Es wird in weiten Teilen nicht den formulierten Zielen gerecht. Es zeigt keine Wege auf, die dauerhaft verbleibenden Verkehrsmengen durch Steuerungsmaßnahmen zu verflüssigen und zu bewältigen. Maßnahmen wie umfangreiche ,Pförtnerungen’ bewirken eher das Gegenteil. Es ist deshalb nicht geeignet, als Basis eines Gesamtverkehrskonzeptes zu dienen.“ In einer ausführlichen Begründung erläutert Kampen unter anderem, dass die verwendeten Struktur-, Pendler- und Netzdaten schon zu Beginn der Untersuchung großteils veraltet gewesen sein.

Die Betrachtung der Verkehrsmengen berücksichtige nicht die Effekte der Netztrennung. Die Untersuchung erzeuge „ein schiefes Bild“ und sei damit mitverantwortlich für Missverständnisse in Politik und Verwaltung. Ein handwerklicher Fehler sei auch, die Aussage eines Vor-Gutachtens von 2003 zu übernehmen, demzufolge der Ringschluss, der eine Entlastung aller vom Verkehr belasteten Innenstadtstraßen bewirken könnte, unwirtschaftlich sei.

Letztlich aber verfehle das Gesamtverkehrskonzept mit den vorgeschlagenen Maßnahmen selbst gesteckte Ziele, so zum Beispiel die Erreichbarkeit der Innenstadt für alle Verkehrsarten. Denn die in dem Verkehrsgutachten enthaltenen Lösungsvorschläge, etwa die von Pförtner-Ampeln, erzeugen „erhebliche Umwege, um die Innenstadt zu erreichen“.

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