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Wülfrath: Vorfreude aufs Osterfest

Wülfrath : Vorfreude aufs Osterfest

In der Caritas-Tagesstätte Arche Noah spielen Kinder die Ereignisse in Jerusalem mit kleinen Holzfiguren nach. Im Haus-August-von-der-Twer hat Marianne Faubel den Tisch wie früher Zuhause geschmückt.

Es grünt und blüht. Narzissen sprießen aus der Erde und in den Wülfrather Vorgärten sind die Sträucher mit bunten Eiern geschmückt. Die Ostertage sind in die Kleinstadt gezogen — und das auch in ihre Einrichtungen. So haben sich in den letzten Wochen Jung und Alt in der Stadt auf das große Fest im Frühling vorbereitet. Nick, Hannah und Elias kommen erst nächstes Jahr in die Schule und kennen aber schon eine uralte Geschichte. Über 2000 Jahre ist die alt — und richtig spannend noch dazu. "Alles begann Palmsonntag. Da haben sich die Menschen so über Jesus gefreut, dass sie mit Palmwedeln gewunken und ihren Messias gefeiert haben", weiß Nick (6) zu berichten. In der Caritas-Kindertagesstätte Arche Noah haben die Jungen und Mädchen so einiges über das anstehende Osterfest gelernt — und das ganz abseits von Häschen, Küken und Geschenken.

"Ein Freund hat ihn verpetzt"

Mit kleinen Holzfiguren spielten sie das Geschehen in Jerusalem nach und lernten so Tragik und auch Freude der Ostergeschichte zu verstehen. Zum Beispiel das Geschehen nach dem letzten Abendmahl: "Da hat Jesus gerade erst mit seinen Freunden gegessen und direkt danach hat ihn einer verpetzt", erzählt Elias (5) und schüttelt ein wenig verärgert über solche Gemeinheiten den Kopf.

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Was dann geschah? Die Holzsoldaten und das Kreuz, die die Kinder auf dem Tisch vor kleinen Schildchen "Gründonnerstag" und "Karfreitag" platziert haben, sprechen für sich. Gefangenschaft, Sterben, Tod und dann — "Auferstehung" ruft Nick und freut sich sichtlich über das Happy End. Veronika Engel, die in der Kita einen religionspädagogischen Auftrag hat, erarbeitete mit den Kindern die doch schwierig zu verstehende Passion Jesu: "Liturgie spielend erfahren — und beim Eierbemalen Vorfreude empfinden, so bereiteten wir uns auf verschiedenste Weise auf das Osterfest vor." Auch Hannah, die Palmsonntag schon mit der Oma in der Kirche war, fiebert jetzt ganz besonders dem Brauchtum entgegen: "Am Sonntag versteckt der Osterhase Eier und kleine Geschenke — und ich suche und finde die dann!"

Eier bemalen und Braten essen

Genau das ist auch für Marianne Faubel das Schönste in dieser Zeit: Schmücken und dekorieren. Früher ihre Wohnung, heute ihr Zimmer im Altenheim Haus-August-von-der-Twer" am Angergarten. Dazu gehören: Rote Tulpen, ein Strauß aus Weidenkätzchen, behangen mit selbst bemalten bunten Eiern und ein fröhlicher Ostergruß am Fenster. Dabei erinnert sich die 83-Jährige gerne zurück: "Ostersonntag bedeutete immer mit der ganzen Familie Eier bemalen, dann vernaschen, Braten essen und nachmittags auch noch Kuchen."

Gemeinschaft, das ist auch in diesen Tagen im Haus am Angergarten ein fester Bestandteil der österlichen Zeit. "Wir haben Eier gefärbt, Geschichten gehört und zusammen Frühlingslieder gesungen", freut sich die Bewohnerin. Ostern und Frühling — für sie auch noch nach so vielen Jahren jedes Mal etwas ganz Besonderes: "Alles erwacht und grünt — das macht mich so glücklich, dass ich an den Ostertagen jeden fröhlich grüße!"

(nibo)