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Erkrath: Vorerst keine neuen Schulen

Erkrath : Vorerst keine neuen Schulen

Ein Gutachter hat errechnet: Sollte in Erkrath die Sekundarschule eingeführt werden, wären die Hauptschule sowie beide Realschulen überflüssig. Eine neue Gesamtschule ginge auf Kosten eines bestehenden Gymnasiums. Politiker wollen zunächst alles beim Alten lassen.

Von einem "historischen Schulfrieden" war noch vor wenigen Wochen die Rede, als sich die Politiker im Landtag überraschend einigten. Die rot-grüne Minderheitsregierung beschloss gemeinsam mit der CDU, dass die Klassen fünf und sechs künftig in einer neu einzurichtenden "Sekundarschule" gemeinsam unterrichtet werden können. Unabhängig davon soll es weiterhin Gesamtschulen, Realschulen, Gymnasien und Hauptschulen geben. Und was macht Erkrath daraus?

Abwarten und aussitzen. So wie es aussieht, wird es in Erkrath weder eine neue Sekundarschule, noch in absehbarer Zeit eine Gesamtschule geben. Grund: Eine Sekundarschule in Alt-Erkrath oder Hochdahl würde unweigerlich zur Auflösung der Haupt- und Realschulen führen. Heute um 17 Uhr treffen sich die Mitglieder des Schulausschusses in der Stadthalle. Wegweisende Beschlüsse sind allerdings nicht zu erwarten.

Gesamtschule in Hochdahl

Auf der Tagesordnung steht der Schulentwicklungsplan für die nächsten zehn Jahre. Das 83 Seiten starke Gutachten liefert Prognosen über die Schülerentwicklung und Auslastung der Schulen. Kernaussage: Wenn alles so weiter läuft wie bisher, brauchen die Politiker nicht viel verändern. Beide Gymnasien, die zwei Realschulen sowie die Hochdahler Hauptschule können weiterbestehen. Natürlich möchten die Lehrer, Pflegschaften und Elternvertreter der Schulen nichts lieber als das. Alles so lassen, wie es ist.

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Sollte aber der politische Wille für die Einführung von Gesamt und Sekundarschulen bestehen, dann sieht das schon ganz anders aus. Denkbar wären laut Gutachter folgenden Szenarien: Eine Gesamtschule in Hochdahl würde zur sofortigen Auflösung der Carl-Fuhlrott-Hauptschule führen. Um auf mindestens 100 Schüler in vier Zügen zu kommen, müsste die bestehende Realschule ebenfalls schließen. Hinzu kommt: Mit einer Gesamtschule im Stadtteil Hochdahl wäre der Bestand der Realschule an der Karlstraße in Alt-Erkrath gefährdet, weil sie nicht mehr zwei neue Klassen pro Jahrgang bilden könnte. Darüber hinaus würde eine Gesamtschule zu einem problematischen Rückgang von Schülern an beiden Gymnasien führen.

Würde in Hochdahl statt einer Gesamtschule eine Sekundarschule eingerichtet, müssten ebenfalls die Hochdahler Haupt- und Realschule aufgelöst werden. Allerdings könnte die Realschule in Alt-Erkrath erhalten bleiben. Vorteil für das Gymnasium Hochdahl: Aus der Sekundarschule könnten mehr Schüler als bislang den Sprung in die Oberstufe schaffen. Ebenfalls denkbar wäre eine Gesamtschule in Alt-Erkrath. Aufgelöst werden müsste die Realschule in Alt-Erkrath, die Realschule Hochdahl wäre im Bestand gefährdet. Das Gymnasium am Neandertal würde in die Zweizügigkeit abrutschen. Würde man in Erkrath auf eine Sekundarschule setzen, müssten ebenfalls die Alt-Erkrather aufgelöst werden. Die Realschule in Hochdahl könnte aber erhalten bleiben. Doch wirklich beschließen wollen die Politiker heute nichts von alledem. Im vorgesehenen Beschluss heißt lediglich, man wolle das Wahlverhalten der Eltern abwarten und daraus Schlüsse für eine mögliche Veränderung in der Zukunft ziehen.

(RP/rl)