Mettmann: Von Prellböcken zu Biergärten

Mettmann: Von Prellböcken zu Biergärten

Auf dem Panorama-Radweg Niederbergbahn unterwegs – bergauf und bergab von Wülfrath nach Haan. Auf dem ehemaligen Wülfrather Bahnhof sind Relikte der Eisenbahnvergangenheit zu sehen. Der Weg führt an Weiden, Äckern und Steinbrüchen vorbei.

Er wird sehr gut angenommen, der neue Niederbergbahn-Radweg, wie die vielen Gleichgesinnten auf der Strecke zeigen. Wir steigen auf dem ehemaligen Wülfrather Bahnhofsgelände ein, wo noch zahlreiche Relikte wie Signale und Prellböcke zwischen den zunehmend zugewachsenen Schienen an die alte Bundesbahnzeit erinnern. Die frisch asphaltierte Bahntrasse führt zunächst etwa einen Kilometer sanft bergan, kurz hinter dem Wülfrather Zeittunnel ist dann der Abzweig in Richtung Velbert/Heiligenhaus.

Wir fahren weiter nach Schlupkothen und können die Räder zunächst einmal rollen lassen, die Trasse führt unter schattenspendenden Bäumen ganz nah an ehemaligen Steinbrüchen vorbei. Daran erinnern auch einige Hinweistafeln und letzte Überreste der alten Anlagen, wie dem Entwässerungsstollen an der Steinverladerampe in Schlupkothen.

Nach 3,5 Kilometern endet am Oberdüsseler Weg die gut ausgebaute neue Trasse, nun fahren wir rechts ab und unter der Autobahn 535 hindurch zum Koxhof, wo wir gleich in Richtung Aprath abbiegen und den Fuß-Radweg entlang der Straße nutzen. Leider fehlt an der Zufahrt der Klinik Aprath ein Hinweis auf den Radweg, der dort ganz nah an der jungen Düssel entlang zum Aprather Teich führt.

Obwohl, eigentlich sei dies ja kein Teich mehr, sondern die einzige Talsperre im Kreis Mettmann, erläutert uns wenig später bei einer Rast Jochen Pütz, Inhaber des Lokals Aprather Mühle. Genaugenommen eine Schlauchwehranlage, die eine spezielle Wasserspiegelregulierung ermöglicht. Pütz hat der neue Radweg an schönen Tagen viele neue Gäste gebracht, die meisten allerdings fluchen über die miserable Beschilderung. Er erkläre dann geduldig, wie sie weiterkommen, berichtet Pütz. Und will sogar eine Ladestation einrichten, an der Fahrer von Elektrorädern während der Rast in seinem Biergarten kostenlos den Akku aufladen können. Zu den Besonderheiten des Angebotes im Lokal zählen die 30 verschiedenen Pfannkuchen (Küche durchgehend geöffnet täglich ab 11.30 Uhr).

Die weitere Strecke führt über führt über den Weg Düsseler Feld in Richtung Düssel, wo gleich gegenüber der evangelischen Kirche am Cafe/Restaurant Kutscherstuben die nächste Gelegenheit zur Rast ist (Montag Ruhetag). Ein paar Meter neben der Straße finden wir außerdem das Restaurant "Armer Ritter" in der Wasserburg Haus Düssel, die ebenfalls über eine schöne Außenterrasse verfügt (täglich ab 12 Uhr).

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Weiter nach Hahnenfurth geht's über den Hahnenfurther Weg, der links von der Hauptstraße nach Wülfrath in die Weiden- und Ackerlandschaft führt. Am besten richten sich die Radler nach der schon etwas älteren Beschilderung der Kaiserroute, die bis kurz hinter Schöller mit der neuen Niederbergbahnroute identisch ist. In Schöller angekommen, geht es zunächst einmal über die Hauptstraße durch den Ort wieder stetig bergauf. Eine gewisse Kondition ist für diese Strecke schon nötig, es geht ständig bergauf und bergab. Oben auf der Anhöhe angekommen, ergibt sich ein Einblick in das Kalkabbaugebiet bei Dornap. Und dann geht's weiter über die Hauptstraße, zunächst bergab, dann muss wieder bis zum Abzweig in den Wanderparkplatz Grube 7 kräftig in die Pedale getreten werden. Am Parkplatz wird links abgebogen, und auf dem mit feinem Schotter bedeckten Weg geht's dann bis zum Ortsrand von Gruiten.

Wer das Waldstück hinter sich gebracht hat, dem tut sich nach rechts ein schöner Blick über die Ackerlandschaft auf die Neubaugebiete von Gruiten auf. Wir fahren aber weiter hinunter zur Hauptstraße, biegen dort nach links ab und gleich wieder nach rechts in die Straße Lohoff. Nachdem wir die Eisenbahn unterquert haben, geht es weiter durch ein kleines Wohngebiet in Richtung B228.

Wer die Strecke in anderer Richtung befährt, sollte auf dieser Straße besonders vorsichtig fahren, die vielen Hubbel in der Fahrbahn haben es in sich. Nach Überquerung der Bundesstraße beginnt am Wibbelrather Weg nach ein paar hundert Metern rechts wieder die neu geschaffene Trasse des Niederbergbahn-Radweges, auf dem inzwischen auch die Asphaltdecke weitgehend fertiggestellt ist.

Nach Überquerung der Gräfrather Straße dürfen die Radler in falscher Richtung in die Einbahnstraße Bollenheide zum Gewerbegebiet Haan-Ost einbiegen und nach einem Stück rechts auf den Rad- und Gehweg fahren, der an der Haltestelle Thienhaus endet. Dort befindet sich der Einstieg in den Radweg in Haan, ein Hinweis fehlt leider noch. Bevor man sich darüber ärgert, sollte man einfach zum gleich nebenan liegenden Biergarten des Landgasthofe Hahn (Dienstag Ruhetag) weiterradeln und sich noch eine kleine Erfrischung gönnen.

(mue)