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Vom alten zum neuen Gurkenglas

Recycling : Vom alten zum neuen Gurkenglas

Glasverpackungen lassen sich nahezu unendlich wiederverwerten. Wichtig ist aber eine strikte Trennung im Container.

Das Klirren nach dem Einwerfen der Flaschen macht den Gang zum Altglascontainer seit jeher auch für Kinder zum beliebten Ziel eines Spazierganges – zumal bei der Aufteilung in Weiß-, Braun-, und Grünglas jeder zum Zug kommt. Doch wofür braucht es überhaupt diese strikte farbliche Trennung? „Nur aus Weiß-Glas wird wieder Weiß-Glas“, betont der Hildener Abfallberater Frank Berndt. Am wenigsten empfindlich sei offenbar das Grünglas. In deren Behälter könne man dementsprechend auch die selteneren blauen oder gelben Flaschen entsorgen.

1. Station: Container vor Ort

Rund 1250 Tonnen Altglas fallen in Hilden mit rund 55.000 Einwohnern an. Das sind 22 Kilogramm pro Einwohner und Jahr. In Mettmann sind es mit rund 850 Tonnen bei 39.000 Einwohnern, pro Kopf etwas weniger als in Hilden. Einwerfen können das die Verbraucher in Mettmann an über 30 Standorten im gesamten Stadtgebiet, in Hilden sind es sogar 80. Eine Liste aller Mettmanner Container-Standorte findet sich im Internet unter www.mettmann.de/abfallberatung/sammelsysteme/glascontliste.php.

Dass die Öffnungen der Container rund sind, hat seinen Sinn. Fenster- oder Kristallglas gehört dort nämlich genauso wenig hinein wie Keramik, Kronkorken und sonstige Verschlüsse. Die Gründe dafür sind verschieden: Kristallglas habe einen anderen Schmelzpunkt als das übliche Material, und für Flachglas würden einfach keine Lizenzgebühren bezahlt, da es nicht zu den Verpackungen zähle, heißt es vom Unternehmen Awista. Wichtig: Blau eingefärbte Flaschen gehören immer in die Container für Grünglas.

Altglas sollte stets ohne Schraubverschlüsse eingeworfen werden. Die gehören in den Gelben Sack und dürfen keinesfalls auf die Depotcontainer gelegt werden. Nicht in die Altglas-Container gehören außerdem Keramik und Porzellan, Tongefäße, Steingutflaschen und -töpfe, Fenster- und Spiegelglas, Glühbirnen, feuerfestes Glas wie zum Beispiel Auflaufformen sowie Flachglas und Spiegel. Die Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung leert wöchentlich die Container und transportiert das Glas ab. Wenn die Depotcontainer voll sind, bittet die Stadt Mettmann darum, das Altglas wieder mit nach Hause zu nehmen und bei nächster Gelegenheit zu entsorgen. „Das bloße Danebenstellen in solchen Fällen ist jedenfalls ziemlich daneben“, sagt Abfallberater Wolfgang Orts.

2. Station: Sammelstelle

Im Sammelfahrzeug, in dem Trennwände die Farbtrennung sicher stellen, geht es dann zur Umladeanlage nach Langenfeld. Awista leistet den Abtransport übrigens im Auftrag des Dualen System-Betreibers Reclay Systems, der für die Ausschreibung der Glas-Sammlung im Kreis Mettmann zuständig ist.

3. Station: Aufbereitung

Von Langenfeld gelangt das Altglas zur Glasrecyclinganlage der Firma Remondis nach Essen. Dort wird das Glas sortiert, von Verschlüssen und Fremdstoffen befreit. Nun sind die Glashütten am Zug, die das Glas einschmelzen – und letztlich wieder neu formen. Bei der Glasproduktion werden rund 60 bis 70 Prozent Altglas mit neuem Wertstoff vermischt, um eine Auffrischung herzustellen. „Das ist im Prinzip ein unendlicher Kreislauf“, betont Axel Subklew, Regionalleiter von Reclay Systems. Damit sei Glas deutlich einfacher zu recyclen als andere Materialien wie zum Beispiel Kunststoff. Und in Gegensatz etwa zu Bestandteilen alter Plastikverpackungen könne Altglas auch bei der erneuten Nutzung wieder zur Lagerung von Lebensmitteln dienen. So wird aus den klirrenden Scherben des geleerten Gurkenglases vielleicht eines Tages wieder ein neues Gurkenglas.

Kontakt zur Abfallberatung Mettmann: Telefon 02104 980287 oder abfallberatung@mettmann.de.

(ied)