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Verwaltung in Mettmann: Das Dilemma im Fördermittel-Management

Verwaltung in Mettmann : Das Dilemma im Fördermittel-Management

Weil die Funktion im Rathaus nicht besetzt ist, gehen Mettmann viele Zuschüsse durch die Lappen. Das soll sich nun ändern. Die Stelle fürs Fördermittelmanagement soll ausgeschrieben werden.

Manchmal scheitern die Dinge an einer scheinbar einfachen Frage, plauderte Baudezernent Kurt Geschorec am Dienstagabend aus dem Nähkästchen. Die chronisch klamme Stadt Mettmann hatte auf einen namhaften Bundeszuschuss zu den Luftfiltern für die neu zu bauende Kita an der Spessartstraße gehofft. Ob für die Geräte eine gesonderte Rechnung beigebracht werden müsse – oder ob die Sammelrechnung des Generalunternehmers als Beleg reiche, habe man das mit der Abwicklung der Luftfilterförderung betraute Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gefragt. Die Antwort stehe bis heute aus. Und da demnächst Spatenstich ist, sind die Fördermittel mutmaßlich perdu. Denn Geld gibt es nur für Projekte, die noch nicht begonnen wurden.

Die Anekdote illustriert das Dilemma: Eigentlich könnte die Stadtkasse für die zahlreichen, nun anstehenden Großprojekte – Schulbauten, neue Feuerwache, Kindertagesstätten – jede auch noch so kleine Gabe aus den Fördertöpfen von Europäischer Union, Bund und Land Nordrhein-Westfalen brauchen. Krankheitsbedingt jedoch ist die mit der Fördermittelmanagement im Mettmanner Rathaus betraute Stelle seit langen verwaist. So gehen der Stadt Zuschüsse in Millionenhöhe durch die Lappen. Denn es gibt schlicht niemanden, der sich um den Dschungel der zahlreichen Fördertöpfe, Förderfristen, Förderbedingungen kümmert – und die Fachreferate im Rathaus dabei berät, wo und unter welchen Voraussetzungen die Stadt Mettmann überall Geld abgreifen könnte. Auf Anfrage der Grünen hatte Kämmerin Veronika Traumann berichtet, es sei noch nicht einmal klar, bei welchen Projekten die Stadt Mettmann erfolgreich Mittel hat einwerben können. Denn es fehle auch eine Liste der erfolgreich abgeschlossenen Förderprojekte.

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Daran will Bürgermeisterin Sandra Pietschmann nun etwas ändern. Die Stelle im Fördermittelmanagement soll neu ausgeschrieben werden. Falls sich kompetente Interessenten – ob weiblich, ob männlich – finden, könnten sie Mitte 2022 loslegen und sich binnen kurzer Zeit viel Ruhm und Ehre erwerben. 

Die Kämmerin ahnt allerdings, dass eine wirklich kompetente Person nur schwer zu finden sein wird: Sie muss genau wissen, wie die Verwaltung in Mettmann tickt und sich zugleich im Fördermittel-Dickicht auskennen.