Erkrath: Verkehrszählung kommt

Erkrath: Verkehrszählung kommt

Wie die Lärmbelastung der Anlieger des Wohngebietes an der Max-Planck-Straße tatsächlich aussieht, soll ein Gutachten klären. Der Rat der Stadt beschloss, das nötige Geld dafür zur Verfügung zu stellen.

Das Bürgervotum Max-Planck-Straße und die Anwohner des dortigen Wohngebietes haben Anlass, zu hoffen. Der Rat beschloss am Dienstagabend mit den Stimmen von SPD, Grünen und BmU, 23 000 Euro für das Klageverfahren zur Verkehrsberuhigung auf der Max-Planck-Straße aus dem städtischen Haushalt lockerzumachen. Darin enthalten sind Kosten für den Rechtsanwalt und für ein Verkehrsgutachten, das das gesamte Umfeld der Max-Planck-Straße im Blick hat.

"Hinter Bürger-Interessen stellen"

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Bürgermeister Arno Werner mochte den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen, er setze sich nicht ausreichend für die Belange der Bürger in der Klage gegen den Landrat ein, der ein striktes Durchfahrtsverbot für Lkw ablehnt. "Wir haben bereits ein Nachtfahrverbot für Lastwagen durchgesetzt", sagte er. Und: "Wenn durch eine Verkehrszählung ein neuer Sachverhalt geschaffen wird, könnte eine Klage der Bürger Erfolg haben."

Gegen das Verfahren und die nötigen Aufwendungen argumentierte Wolfgang Jöbges von der CDU: "Ich befürchte, dass die Wünsche der Anwohner rechtlich nicht vertretbar sind." Schlimmstenfalls werde im Zuge eines Verfahrens gegen Landrat und Kreis die derzeitige Verkehrsberuhigung auch noch aufgehoben, so dass es dann nicht besser, sondern schlechter für die Anlieger aussehe. Rolf Steuber (FDP) warnte gar, dass, falls ein Durchfahrtsverbot käme, die Stadt Erkrath "wieder mal ihren zweifelhaften Ruf als wirtschaftsfeindlich untermauert". Eindeutig im Sinne der Bürger sprach sich Detlef Ehlert (SPD) aus: "Wir werden das jetzt durchziehen und das Verkehrsgutachten bezahlen." Peter Knitsch (Grüne) formulierte einen Appell an den Bürgermeister: Er solle sich hinter die Interessen der Bürger stellen und den Rechtsstreit mit dem Landrat beilegen, um Kosten zu vermeiden. Durch ein Verbot für Lkw entstünden den Gewerbetreibenden in Unterfeldhaus keinerlei Nachteile. Sie müssten nur ganz geringe Umwege in Kauf nehmen. "Sogar in Großstädten wie Mülheim und Oberhausen werden Hauptverkehrsstraßen beruhigt. Wieso soll das hier nicht gehen?", fragte Bernhard Osterwind von der BmU. In einer Sitzungspause machte Helmut Vorholt vom Bürgervotum noch einmal seinem Ärger Luft: Viele Male habe er den Bürgermeister angeschrieben, Vorschläge gemacht und nach einer Verkehrsberuhigung gefragt und nie eine Antwort erhalten. Darauf der Bürgermeister: "Ich gebe nicht fünfmal die gleiche Antwort auf die gleiche Frage. Ich verstehe zwar, dass den Bürgern die Antwort nicht gefällt, aber sie ist bekannt."

(RP)
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