Mettmann/Erkrath/Wülfrath: Verkehrsclub fordert mehr Schnellbusse

Mettmann/Erkrath/Wülfrath : Verkehrsclub fordert mehr Schnellbusse

Der Verkehrsclub Deutschland und einige Städte im Kreis wollen möglichst direkte Verbindungen untereinander und eine schnelle Linie zum Flughafen.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sieht beim Thema "Umwelt und Verkehr im Raum Niederberg" Nachholbedarf bei den Schnellbusverbindungen. Grundsätzlich sei der dritte Entwurf des Nahverkehrsplanes des Kreises Mettmann "sehr detailliert und praxisnah", aber: "Neue Schnellbusse für zwischenörtliche Verbindungen können mit attraktiven Fahrzeiten neue Fahrgastpotenziale erschließen, vorhandene Linien entlasten und gleichzeitig die strukturelle Wirtschaftlichkeit des Busverkehrs verbessern", sagen Iko Tönjes und Hans Jörgens, Sprecher im Vorstand VCD-Kreisverband Düsseldorf/Mettmann/Neuss.

Zu prüfen wären zum Beispiel folgende Verbindungen: die Anbindung Velbert/Heiligenhaus zur S-Bahn Richtung Düsseldorf (Verlängerung der SB19 nach Hösel) und weiter bis zum Flughafen Düsseldorf. Auch eine Strecke von Heiligenhaus über Homberg, Mettmann, und Erkrath nach Hilden könne man sich vorstellen. "Die Entfernung zur Haltestelle ist die größte Barriere für Fahrgäste, 400 Meter sind für Ältere schon zu viel", sagt Tönjes. Man müsse über mehr Quartiersverkehre zum Beispiel mit Taxibussen nachdenken.

Den Lückenschluss der A 44 zwischen Velbert und Düsseldorf sieht der VCD als große Chance: " Diese Durchbindung schafft für die Verbindung von Velbert und Heiligenhaus zur Landeshauptstadt und ihrem Flughafen eine neue bedeutende Situation. Wir unterstützen die Bestrebungen, von Velbert über Heiligenhaus zum Düsseldorfer Flughafen eine Schnellbusverbindung zu schaffen. Wichtig dabei ist, dass dieser Schnellbus von der ersten Stunde an fährt. Wenn die möglichen Fahrgäste erst mit dem Auto diese neue Möglichkeit nutzen, ist es zu spät. Also muss der dazu gehörende Prüfauftrag vorrangig bearbeitet werden."

In Wülfrath will man ebenfalls eine solche Verbindung "mitnutzen". Die Planungen zum Schnellbus Velbert-Heiligenhaus—Flughafen Düsseldorf über die A44 betreffen momentan nur die Städte Heiligenhaus und Velbert und sollen die Erreichbarkeit des Flughafens über die zurzeit im Bau befindliche Autobahn 44 sicherstellen.

Die Stadt Wülfrath hat den Kreis vor Monaten bereits gebeten, zu prüfen, ob ein neuer Stopp der Schnellbuslinie SB 19 zum Beispiel am Haltepunkt Velbert-Dalbecksbaum eingerichtet und mit der Buslinie 747 aus Wülfrath-Stadtmitte vertaktet werden kann. So könnten die Wülfrather schneller und einfacher als bisher über die neu geführte SB 19 zum Flughafen Düsseldorf gelangen. Heute gibt es die Fahrt mit der Buslinie 746 über Mettmann zur S-Bahn S 28 und dann vom Hauptbahnhof Düsseldorf auf verschiedenen Schienenwegen zum Flughafen. Die dauert in der Regel aber länger als eine Stunde und benötigt zwei bis drei Umstiege.

Die Anpassung des Verkehrs an den neuen S-Bahn-Haltepunkt Hahnenfurt-Düssel ist ebenso dringlich. 2017 wird der neue S-Bahn-Haltepunkt der verlängerten Regiobahn S 28 eingerichtet sein. Die Erreichbarkeit von der Wülfrather Innenstadt aus soll in zwei Varianten geplant werden. Variante A: schnelle Direktverbindung mit der Innenstadt durch einen "Shuttle" und die Variante B: eine weitreichende Ortsbuslinie als Regiobahn-Zubringer.

Am Beispiel Heiligenhaus, so der VCD, werde deutlich, wie schwer es sei, Autofahrer auf Bus und Bahn umzulenken. Heiligenhaus sei die Stadt im Kreis mit dem geringsten Anteil an Öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV). Als schnellste Verbindung gibt die VRR-Fahrplanauskunft 45 Minuten für die durchgehende Verbindung mit dem SB 19 an, allerdings nur im Stundentakt — und 48 bis 53 Minuten für die Kombination Bus 770 und S6 an. "Das bedeutet, dass für diese Relation die Weiterführung des SB 19 von Essen Hauptbahnhof über Velbert nach Heiligenhaus für die Fahrzeit nicht viel gebracht hat", so der VCD.

Bei der Rheinbahn, die einen Großteil des Öffentlichen Personennahverkehrs im Kreis Mettmann sicherstellt, gibt es zumindest kurzfristig noch keine neuen SB-Linien oder schnellere Takte, wie eine Unternehmenssprecherin gestern sagte. Langfristig reagiere man auf Kreise und Städte als Auftraggeber, doch das müsse natürlich erst dort entschieden werden.

(RP)
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