Neuralgische Kreuzung auf der Düsseldorfer Straße : Kreisverkehr ist gegen Stau wirkungslos

Eine Gutachterin kommt jetzt zu dem Schluss, dass ein Umbau die Kreuzung Düsseldorfer Straße nicht entlastet.

Fast täglich dasselbe Bild: An der Kreuzung Düsseldorfer Straße/Berliner Straße/Hubertusstraße bilden sich in alle Richtungen lange Staus. Die Ampelschaltung schafft es nicht, die Autos schnell von A nach B zu schicken. Autofahrer müssen sich auf lange Standzeiten einrichten. Die Lage ist besonders im Berufsverkehr prekär - und dann, wenn sich auf den Autobahnen rund um Mettmann die Verkehrslage zuspitzt, Staus entstehen und das Navi die Autofahrer durch Mettmann schickt. Dann geht auf der Düsseldorfer Straße fast gar nichts mehr.

Seit Jahren gab und gibt es Überlegungen, wie man diese neuralgische Kreuzung entlasten könnte, damit der Verkehr besser abfließen kann. Die CDU wagte erneut einen Vorstoß und bat die Verwaltung zu prüfen, ob nicht ein Kreisverkehr die Situation entschärfen könnte. Der Antrag ist nicht neu. Eine Antwort scheiterte bislang nicht zuletzt daran, da für einen Kreisverkehr Grundstückzukäufe nötig sind. Die Stadt, so Bley, solle auch in diese Richtung überlegen und Kontakte mit Nachbarn aufnehmen.

Doch bevor es zu konkreten Grundstückverhandlungen kommt, klopfte die Stadt beim Ingenieurbüro BSV in Aachen an und bat die Experten, doch mal zu untersuchen, ob ein Kreisverkehr an dieser Stelle das Verkehrsproblem lösen könnte. Das Büro BSV hat übrigens den Verkehrsentwicklungsplan erarbeitet.

Die Diplom-Ingenieurin Lamia Schuckließ nahm die Zahlen aus dem Verkehrsgutachten (sie liegen vor) und rechnete. Das Ergebnis ist ernüchternd: Ein Kreisverkehr an dieser Stelle kann die Verkehrsmenge nicht aufnehmen und so weiterleiten, dass Staus vermieden werden. Im Gegenteil: Es käme an der Kreuzung zum Verkehrskollaps. Die Ergebnisse der Untersuchung im Einzelnen: 26.000 Autos fahren täglich über diese Kreuzung. Auf der Düsseldorfer Straße ist die Verkehrsmenge laut Schuckließ doppelt so hoch wie in der Hubertusstraße und Berliner Straße. Ein kleiner Kreisverkehr (26 Meter) kann diese Verkehrsmenge nicht aufnehmen. Außerdem müssten bei dem Bau eines Kreisverkehrs Privatflächen in Anspruch genommen werden.

Selbst ein großer einstreifiger Kreisverkehr (bis 40 Meter Außendurchmesser) würde die Verkehrsmenge nicht bewältigen. Es würden sich lange Staus in alle Richtungen bilden. „Auch wenn ein zweispuriger Kreisverkehr (deutlich über 40 Meter Durchmesser) angelegt würde, bliebe es bei der Stausituation.“ Außerdem, so die Gutachterin, sprechen Verkehrssicherheitsaspekte, insbesondere für Radfahrer und Fußgänger, gegen einen großen Kreisverkehr.

 Was bleibt? Autofahrer sollten am Peckhaus beziehungsweise von der Osttangente über den Südring fahren, um dem Stau zu entgegen, beziehungsweise ihn nicht mit zu produzieren.

Und: Sollte die Straße durch die Kirchendelle und dann weiter zur L239 gebaut werden, dann wäre die Kreuzung Düsseldorfer Straße zwar entlastet, aber dafür gäbe es einen Stau auf der L 239/Düsseldorfer Straße.

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