Verkehr frustriert die Goldberger

Mettmann : Zu viel Verkehr frustriert die Goldberger

Beim Stammtisch sprachen die Beteiligten über Raser in ihrem Viertel – und über Lösungsmöglichkeiten.

Renate Stricker kann eigentlich noch müde lächeln. Den Glauben an Unterstützung durch die Behörden hat sie nahezu gänzlich verloren. Zebrastreifen, verstärkte Polizeikontrollen, Kübel auf der Straße platzieren, Piktogramme aufmalen, digitale Tempomessgeräte – all diese von der Bürgerinitiative entwickelten Ideen, um dem hohen Verkehrsaufkommen in der Anliegerzone entgegen zu wirken, sie haben nichts gebracht. „Der Bürgermeister hört sich das an, verspricht, etwas zu tun, und es passiert nichts. Die Polizei reagiert auf Nachfragen, ob sie nicht mal verstärkt kontrollieren könnte, regelrecht genervt“, fasst die Sprecherin der Initiative die Lage beim letzten Stammtischtreffen zusammen. „Ganz ehrlich, wir sind so langsam aber sicher mit unserem Latein am Ende.“

Und dabei sei erst vor wenigen Monaten von der Stadt eine Fachfrau genau für solche Belange eingestellt worden. Die neue städtische Mitarbeiterin habe noch im Juli versprochen, dass sie in ihrer Funktion als Bindeglied zwischen Bürgern und Verwaltung künftig dafür sorgen wolle, dass vieles direkt bei den Behörden ankommt. „Wo ist denn diese Frau?“, wirft ein Mitglied der Initiative in die Runde, Antwort: „Ich habe nach ihrer Vorstellung bei unserem Stammtisch im Juli nie wieder etwas von ihr gehört.“

Der Goldberg ist eine Anliegerstraße, die täglich, laut Zählung der Anwohner, von rund 6000 Fahrzeugen befahren wird, darunter teilweise auch von schweren Lkw. Nur rund 38 Prozent seien Anwohner. Auch die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern würde kaum beachtet. Seit Jahren kämpfen die Goldberger gegen das starke Verkehrsaufkommen. „Wir müssen einen anderen Ansatz finden, etwa die Goldberger Mühle als eines der ältesten und schönsten Denkmäler in den Fokus stellen“, schlägt jemand vor.

Ein anderer Stammtischteilnehmer glaubt, dass erst etwas passiert, wenn die Politik unter Druck gesetzt wird. „Das geht nur, in dem wir mobil werden, mit vielen vor das Rathaus ziehen, Handeln einfordern, Unterschriftenlisten vorlegen.“ Renate Stricker nimmt diesen Vorschlag – trotz gehöriger Portion Resignation – äußerst interessiert zur Kenntnis. „Wir haben zwar vor einigen Jahren schon mal Unterschriften gesammelt. Aber das könnten wir tatsächlich noch einmal machen und von Tür zu Tür ziehen. Es muss einfach etwas passieren“, sagt sie.

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