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Mettmann/Duisburg/Ratingen: Verbrechen aus Habgier

Mettmann/Duisburg/Ratingen : Verbrechen aus Habgier

Fünf Tage nach dem Tod der 55-Jährigen aus Tiefenbroich, deren Leiche bei Duisburg-Wanheim gefunden wurde, hat die Polizei den mutmaßlichen Täter festgenommen. Es handelt sich um den 63-jährigen Dieter B. aus Wülfrath.

Der mutmaßliche Mörder der 56-jährigen Anke S. aus Ratingen ist gefasst. Die Polizei nahm am Dienstag den 63-jährigen Dieter B. aus Wülfrath fest. B. war zunächst als Zeuge vernommen worden, verwickelte sich dabei aber in Widersprüche. Als Beschuldigter verweigerte er dann jede weitere Aussage. Anke S. soll ihn Bekannten gegenüber seit etwa sechs Monaten als ihren Lebensgefährten ausgegeben haben. Er hingegen sprach von einer rein platonischen Beziehung.

B. wurde bereits dem Haftrichter vorgeführt und sitzt in Duisburg in Untersuchungshaft. Das Tatmotiv soll Habgier gewesen sein. Anke S. hatte 11 400 Euro geerbt und diesen Betrag am Donnerstag gegen 17.30 Uhr abgehoben. Damit wollte sie laut Bekannten ein Auto kaufen. Diesen Kauf hatte B. aber wohl nur fingiert, um an das Geld zu kommen.

Gegen 23 Uhr soll B. dem Opfer dann mehrfach aus nächster Distanz in den Kopf geschossen haben. "Wir sind uns sicher, dass der Mord im Fahrzeug geschehen ist, wissen aber nicht, wo sich das Auto zum Tatzeitpunkt befand", erklärte Staatsanwalt Martin Hein.

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An dem Wagen, der später an der Neuenhofstraße in Wanheim etwa 700Meter vom Fundort der Leiche am Fahrbahnrand entdeckt wurde, seien Reinigungsversuche unternommen und die Kennzeichen abmontiert worden. Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass der Fundort der Leiche auch ihr Ablageort gewesen ist. "Die Strömung an dieser Stelle geht nicht in den Rhein hinaus und es gibt keine Treibspuren an der Leiche", begründete Arndt Rother, der Leiter der 13-köpfigen Mordkommission.

Da sie als sehr zuverlässig galt, hatten Arbeitgeber und Verwandte die Fremdsprachensekretärin bereits am Freitag als vermisst gemeldet. Aus ihrer Verwandtschaft kamen schließlich auch die entscheidenden Hinweise der Identität der Frau. Schnell fiel daraufhin der Verdacht auf Dieter B., der stark verschuldet ist.

Anke S., die am Empfang eines Neusser Unternehmens arbeitete, galt als sehr korrekte Frau. Sie habe immer alles genau durchgeplant, hieß es, nur selten sei man während der Arbeitszeit auf Privates zu sprechen gekommen. Das Mordopfer wohnte 32 Jahre in Tiefenbroich, sie kümmerte sich daheim um mehrere Perserkatzen. Noch am Ende der vergangenen Woche sei sie in ihrem goldfarbenen Toyota Ayris in Tiefenbroich gesehen worden. Nach RP-Informationen hat die Polizei auch im beruflichen Umfeld der Frau ermittelt.

Bei der Durchsuchung der Mietwohnung von B. in Wülfrath und einer Ferienwohnung in Norddeutschland fand die Polizei schließlich etwa 8000 Euro Bargeld, sowie mehrere Schusswaffen, von denen B. nur für eine einen Waffenschein besaß. Daneben soll er am Freitagmorgen Schulden in Höhe von 1200 Euro in bar bezahlt haben.

Weitere Taten möglich

Eine weitere interessante Frage sei laut Staatsanwalt Hein, warum ein Mann mit 63 Jahren anfange, aus Habgier zu töten. Deswegen würden nun bundesweit ungeklärte Verbrechen daraufhin überprüft, ob B. er der Täter sein könne. Auch im Duisburger Mordfall hofft die Polizei auf Hinweise und darauf, dass B. sich doch noch zu einer Aussage entschließt.

(RP)