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Unwetter Mettmann, Erkrath, Wülfrath: Feuerwehr im Dauereinsatz

Unwetter in Mettmann, Erkrath, Wülfrath : Feuerwehr rettet eingeklemmte Frau vor dem Ertrinken

Dauerregen und Umwetter haben in Mettmann, Erkrath und Wülfrath die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei die ganze Nacht hindurch in Atem gehalten. An der Talstraße in Mettmann wurde ein Frau durch einen umstürzenden Baum schwer verletzt. Offenbar wurden auch die Gleise der Regiobahn unterspült.

Schwerer Dauerregen hat in der Nacht zu Mittwoch für sehr viele Einsätze der Feuerwehren gesorgt. An der Talstraße in Mettmann wurde gegen 2.40 Uhr eine Frau schwer verletzt. Sie hatte nach Angaben der Stadt versucht, das Gebäude eines Seniorenheims mit Sandsäcken gegen die Wassermassen abzusichern. Dort war der Mettmanner Bach über die Ufer getreten. Durch den aufgeweichten Boden stürzte ein Baum um und begrub die Frau unter sich. Sie wurde eingeklemmt und konnte sich nicht selbst befreien. Durch nachfließendes Wasser drohte sie zu ertrinken. Ein Ersthelfer hielt den Kopf der Frau über Wasser, bis die Feuerwehr sie vom Baum befreien konnte.

In Mettmann sind durch das Unwetter an etwa 50 Stellen Keller und Tiefgaragen vollgelaufen. Zudem wurden einige Aufzüge abgeschaltet. Am Karpendeller Weg unterspülte Wasser das Fundament einer Begrenzungsmauer. Die Mauer stürzte teilweise ein. Mit Unterstützung des Baubetriebshofs wurde der Bereich gesichert und die Steine teilweise abgetragen. Die Feuerwehr hatte gegen Mittag alle bis dahin bekannten Einsatzorte abgearbeitet. .

 Eine Mauer am Karpendeller Weg in Mettmann wurde von den Wassermassen unterspült
Eine Mauer am Karpendeller Weg in Mettmann wurde von den Wassermassen unterspült Foto: Köhlen, Stephan (teph)
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In Erkrath ist vor allem Alt-Erkrath betroffen. Nach Angaben der Stadt sind die Überlaufbecken der Kanalisation komplett vollgelaufen. Für diesen Fall bestehe ein Überlauf in die Düssel. Doch diese war ebenfalls so voll, dass das Wasser zurückdrückte. Als Sofortmaßnahme bat die Stadt die Erkrather darum, am Mittwoch nicht zu duschen, die Spülmaschine oder die Waschmaschine laufen zu lassen - und dadurch zusätzlich für Abwasser zu sorgen.

 Die Ratinger Feuerwehr half in Erkrath mit einer Sandsack-Füllmaschine.
Die Ratinger Feuerwehr half in Erkrath mit einer Sandsack-Füllmaschine. Foto: Patrick Schüller

Entlang der Düssel herrschte am Morgen der Ausnahmezustand. Feuerwehren aus Ratingen, Langenfeld, Monheim, Wülfrath und Heiligenhaus unterstützten die Erkrather Einsatzkräfte. Zahlreiche Straßen waren überflutet. Gullydeckel wurden hochgedrückt. Keller liefen voll. Hausbesitzer sind gebeten, vorsichtig zu kontrollieren, ob ihre Öltanks in den Kellern dicht sind. Falls nicht oder falls andere Substanzen ins Wasser geraten sollten, sollen sie bitte die „112“ verständigen.

 In Alt-Erkrath standen Straßenzüge knietief unter Wasser.
In Alt-Erkrath standen Straßenzüge knietief unter Wasser. Foto: Patrick Schüller

Die Unterkunft für Geflüchtete an der Freiheitsstraße wird evakuiert. Alle rund 100 Bewohner seien wohl auf, hieß es. Aber die Unterkunft steht unter Wasser ebenso wie die benachbarte Turnhalle. Wo sie behelfsmäßig unterkommen, werde zurzeit geklärt.

 Eine Frau geht in Erkrath an Feuerwehrfahrzeugen vorbei mit einem Regenschirm über die Morper Allee. Foto: David Young/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Eine Frau geht in Erkrath an Feuerwehrfahrzeugen vorbei mit einem Regenschirm über die Morper Allee. Foto: David Young/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: dpa/David Young

Nach Angaben einer Stadtsprecherin wurde bislang niemand verletzt. Die Feuerwehr habe zwei Personen aus einem Auto und zwei weitere Anwohner aus einem Haus bergen müssen. 

 Eine Feuerwehrfrau hält einen Fisch, den sie in Erkrath auf der Strasse aufgelesen hat. Foto: David Young/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Eine Feuerwehrfrau hält einen Fisch, den sie in Erkrath auf der Strasse aufgelesen hat. Foto: David Young/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: dpa/David Young

Auf der Strecke der Regiobahn sind zwischen Gerresheim und Mettmann die Gleise unterspült worden. Fahrgäste aus Richtung Düsseldorf konnten nur mit S8 bis zum Bahnhof Erkrath fahren. Von dort aus müssen die Fahrgäste offenbar in Bussen der Rheinbahn ihre Fahrt fortsetzen.

In Wülfrath meldet die Feuerwehr bislang keine Einsätze wegen Überflutung. Die Retter unterstützen daher in Erkrath. Sie haben jedoch einen Hinweis des Deutschen Wetterdienstes gepostet, wonach die Unwetterlage bis Donnerstagfrüh anhalten soll und nochmals dieselben Regenmenge erwartet wird, die bisher gefallen ist.