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Mettmann: Unterricht in Schutzkleidung

Mettmann : Unterricht in Schutzkleidung

Die Teilnehmer der Wirtschafts-AG am Heinrich-Heine-Gymnasium erhielten gestern ihre Zertifikate. Zuvor erhielten sie eine Werksführung bei Georg Fischer. Die neue Formanlage AMR geht im Juli in Betrieb.

Sechzehn Schüler haben in den vergangenen Monaten viel über Wirtschaft, Controlling und Marketing gelernt. Die Teilnehmer der Wirtschafts-AG haben gestern ihre Zertifikate bei der Firma Georg Fischer entgegen genommen.

Zu Beginn des Schuljahres nahmen drei Teams an einem Börsenspiel teil und lernten einiges über Aktien. Betriebliche Mitbestimmung und die Aufgaben des Betriebsrates waren weitere Themen, die auf dem Stundenplan standen. Ein Abstecher in das betriebliche Rechnungswesen gehörte ebenfalls zum Unterrichtsinhalt.

Gespräch mit Marketing-Experte

Der Besuch der Uni Düsseldorf und das Gespräch mit dem Marketing-Professor Dr. Bernd Günter gefiel den jungen Menschen besonders. Bei der Firma Henkel ging es um den Kampf der Marktanteile am Beispiel Weißer Riese gegen Mister Propper. Die Themen Globalisierung und Controlling bildeten den Abschluss der Unterrichtsreihe. "Es ging darum, den Schülern einen Einblick in die vielfältigen Themenfelder der Wirtschaft zu geben", sagte Lehrer Jürgen Becker, der das Projekt betreute. Was im Politik-Unterricht vermittelt werde, reiche oft nicht aus.

Marcel Kohns (17) fand die Wirtschafts-AG spannend. "Ich habe Bereiche kennengelernt, von denen ich vorher noch nicht viel wusste." Nach dem Abi will er etwas mit "Wirtschaft machen". Was konkret, weiß er noch nicht. Carina Lehming (18) weiß das schon. "Ich möchte in der Touristik-Wirtschaft arbeiten. Und da passte die Wirtschafts-AG sehr gut", sagt sie.

Rainer Greiff, Ausbildungsleiter bei GF, führte die Schüler durch die Gießerei. Zunächst ging es in die Kernmacherei. Es folgten die Schmelzerei, Formanlage, Fertigungsbearbeitung und -kontrolle, Labor, Werkstatt und Modellbau.

Noch nicht freigegeben zur Besichtigung ist die neue Formanlage mit der Bezeichnung AMR (Aeration Moulding Robotpouring). Sie ist eine weltweit einzigartige Fertigungslinie. Mit ihr lassen sich Leichtbau-Gussteile für die Automobilindustrie herstellen, sagt Projektleiter Stephen Schott. Mit der neuen AMR, die im Juli in Betrieb gehen soll, sind gleich mehrere Vorteile verbunden: Durch eine moderne Belüftungsanlage wird ein angenehmes Hallenklima erzeugt, mit der Wärme der Abluft wird über eine Wärmerückgewinnung die Halle beheizt.

Das Vergießen der flüssigen Schmelze erfolgt durch zwei Großroboter. Zum Abtrennen der Gussteile von dem Kreislaufmaterial werden ebenfalls Roboter eingesetzt. Moderne Elektromotoren senken den Energiebedarf. Und: Durch ein neues Formverfahren wird der Schallpegel reduziert.

(RP)