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Mettmann: Ungebetene "Geschäfts"-Kunden am Jubi

Mettmann : Ungebetene "Geschäfts"-Kunden am Jubi

Das Parkhaus der Kreissparkasse ist täglich verdreckt. Ein öffentliches WC fehlt. Kommt jetzt doch die Nette Toilette?

Die erste Tagespflicht von Erwin Konz* morgens ist es, den Hochdruckreiniger zu starten, um das Treppenhaus zum Parkhaus der Kreissparkasse am Jubiläumsplatz zu reinigen. Der Hausmeister des Geldinstituts kennt es schon: Immer wieder sind ungebetene "Geschäfts"-Kunden im Parkhaus und urinieren in den Gängen. Ein Grund: In der Innenstadt Mettmanns fehlt eine kostenfreie öffentliche Toilette, so dass manche ihre Notdurft in der Öffentlichkeit verrichten. Bisher lehnte die Stadt den Bau und die Unterhaltung einer solchen Toilette mit dem Hinweis auf die hohen Kosten ab. Aber: Nach RP-Informationen gibt es Diskussionen in der Stadtverwaltung, möglicherweise nun doch das in Monheim gestartete Modell der "Netten Toilette" zu kopieren. Geschäftsleute bekommen dabei eine monatliche Summe der Stadt, damit sie ihre eigentlich den Kunden vorbehaltenen Toiletten unentgeltlich für alle öffnen.

Das Mettmanner Toilettenproblem harrt seit Jahren der Lösung; doch es verschärft sich in den vergangenen Wochen. Die Kreissparkasse kann die Gänge nur säubern. Trotz Hausrechts für das Parkhaus hat sie kaum Möglichkeiten, das Problem zu lösen. Café Kaiser hat ebenfalls seine Erfahrungen und hat vor Tagen einen Zettel an die Tür gehängt, dass nur Kunden aufs das Klo dürfen. Es bleiben nur zwei öffentliche Toiletten: Im Kiosk am Jubiläumsplatz (Kosten: 50 Cent) und im Parkhaus Neanderstraße. Aber: Sie sind an die Öffnungszeiten gebunden, also nicht wirklich immer öffentlich zugänglich.

  • Die Aufkleber gibt es im Seniorenbüro.
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Vor allem der Seniorenrat bemüht sich seit langer Zeit um öffentlich zugängliche Toiletten in der Innenstadt. Vielen Menschen sei es unangenehm, in Gaststätten oder Geschäften zu fragen, ob sie dort ihre Notdurft verrichten könnten. Auch bei den Betreibern werde es oftmals nicht gern gesehen. Hildegard Arnold, Vorsitzende des Mettmanner Seniorenrates, macht sich seit längerem stark für weitere öffentliche Toiletten in der Kreisstadt, aber: "Es ist nach wie vor eine traurige Situation", sagt sie. Besonders für die Behinderten sei es schwer, eine Toilette zu finden.

Die Stadt blockte derlei Bemühungen mit dem Hinweis ab, dass Investitionskosten von 120 000 Euro notwendig seien, dazu noch jährliche Betriebskosten von rund 1000 Euro.

*Name geändert

(RP)