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Mettmann: Türme statt Hochpfad

Mettmann : Türme statt Hochpfad

Das Tourismusprojekt Erlebnis Neandertal wird abgespeckt, weil das Projekt europaweit ausgeschrieben werden müsste. Damit wäre der Zeitplan nicht zu halten und Zuschüsse der EU würden nicht fließen.

Den Neanderhochpfad zwischen Neanderthal Museum und Fundstelle wird es vorerst nicht geben. Als Grund für den Verzicht auf das Projekt nannte Landrat Thomas Hendele am Donnerstag vor dem Kreistag steigende Kosten und die daraus erwachsende Notwendigkeit, das Vorhaben europaweit auszuschreiben. Damit aber könne der ohnehin enge Zeitplan nicht eingehalten werden, und damit könnten Zuschüsse der EU nicht fließen.

Jetzt wird das Projekt reduziert auf zwei Türme am Bahnhof (mit Zugang zum Museum und zwei Aussichtsplattformen) und an der Fundstelle (mit dreidimensionaler, multimedialer Präsentation des historischen Neandertals und der Feldhofer Grotte, in der der Urmensch gefunden wurde). Damit hoffen Hendele und Museumschef Gerd C. Weniger der Wettbewerbsforderung des Landes nach einem Gewinn für den Tourismus im Neandertal zu genügen.

FFH-Gutachten gibt den Weg frei

Ein Gutachten nach der europäischen FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat) habe zwar ergeben, dass der Hochpfad keinen unzulässigen Eingriff in die Natur darstelle und durchaus gebaut werden kann. Doch führt das Gutachten auch dazu, dass der Hochpfad nicht auf Stelzen gebaut werden darf, sondern als 57-Meter überspannende Hängebrückenkonstruktion.

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Die Kosten für den Pfad steigen damit von den ursprünglich vorgesehenen 2,3 Millionen Euro auf 5,9 Millionen. Diese Summe aber wurde für das Gesamtprojekt "Erlebnis Neandertal" veranschlagt mit Hochpfad, Infozentrum, barrierefreiem Zugang von der Regiobahn aus, Aufwertung des Museumsumfeldes, Zugang zur Düssel, Spielflächen und vielem mehr.

Mit dem Hochpfad bricht aber nicht nur ein wichtiger Baustein aus dem Gesamtkonzept "Erlebnis Neandertal". Ohne den touristischen Erlebniswert des Hochpfades sind auch die anderen Maßnahmen des Projektpaketes nicht mehr zuschussfähig. Das Zwei-Türme-Konzept soll diesen touristischen Wert auch ohne Hochpfad schaffen, sagte Museumschef Weniger — dank Aussicht ins Tal und multimedialer Inszenierung.

Der Hochpfad ist damit aber nicht endgültig gestorben, sagte Hendele. Er bleibt Teil des umfassenderen Masterplans Neandertal. Er kann nur nicht unter dem durch das Wettbewerbsrecht entstehenden Zeitdruck verwirklicht werden.

Mit dem Zwei-Türme-Projekt aber seien der Anfangs- und der Endpunkt des Hochpfades bereits gebaut. Der Pfad könne durchaus auch später realisiert werden. Auch Weniger machte deutlich, der Hochpfad ist weiterhin das Ziel.

(RP)