Mettmann : Türme ins Tal

Die Planungsbüros für das Erlebnis Neandertal haben ihre Entwürfe vorgelegt. Sie sehen einen Erlebnisturm an der Fundstelle und einen Panorama- oder Fahrstuhlturm am Museum vor. Die Kosten für den Kreis steigen.

Gestaltungsvorschläge für die Türme im Neandertal haben die vom Kreis Mettmann beauftragten Planungsbüro Agirbas / Wienstroer sowie der Tragwerksplaner Schüßler-Plan in diesen Tagen vorgelegt. Die Türme sollen neben einem Infozentrum am Museum das Tal für den Tages- und Wochenend-Tourismus aufwerten.

Ursprünglich vorgesehen war ein Hochpfad, der den Haltepunkt Neanderthal der Regiobahn, das Museum und die Fundstelle miteinander verbinden sollte. Doch von diesem Projekt hat sich der Kreis vorerst verabschiedet. Als Grund nannte Landrat Thomas Hendele vor dem Kreistag im Dezember steigende Kosten.

Das Projekt wurde in Eile abgespeckt

Diese steigenden Kosten haben dazu geführt, dass das ursprüngliche Projekt des Neanderhochpfades europaweit hätte ausgeschrieben werden müssen, was aber den engen Zeitplan des Landeswettbewerbs gesprengt hätte. Damit hätte der Kreis fest eingeplante Zuschüsse des Landes verloren. Aufgegeben ist der Plan eines Hochpfades damit jedoch nicht. Ist später Geld vorhanden, könnte zwischen den Türmen eine Verbindung hergestellt werden.

  • Mettmann : Türme statt Hochpfad
  • Mettmann : Kommentar: Zu grob geschätzt
  • Mettmann : Im Neandertal fallen die Bäume

Das Projekt wurde in aller Eile abgespeckt auf eine Zwei-Türme-Lösung. Jetzt haben die Büros ihre Entwürfe vorgelegt. Die Entwurfsplanung für den Entdeckerturm muss bis 2. März bei der Bezirksregierung eingereicht werden.

Wie neuere Berechnungen ergeben haben, liegen die Kosten für das abgespeckte Konzept aber mit 6,3 Millionen Euro immer noch über den ursprünglich projektierten 5,9 Millionen. Grund sei, dass ursprünglich die Kosten in aller Eile nur grob geschätzt werden konnten. Außerdem musste der Turm am Fundort des Neandertalers neu ausgelegt werden. Sollte er ursprünglich nur den Endpfeiler des Neanderhochpfades bilden, so muss er nun die Attraktionen aufnehmen, die eigentlich über den Hochpfad verteilt werden sollten. Außerdem soll er nun mit 30 Metern höher aufragen bis zur einstigen Höhe der Feldhofer Grotte.

Da wegen der beim Turm gestiegenen Kosten wiederum an anderer Stelle abgespeckt werden musste, war die Förderwürdigkeit des Projektes erneut gefährdet. Um sie zu erhalten, musste der Kreis gegenüber dem Land zusagen, gestrichene Projektbausteine aus dem Gesamtkonzept "Erlebnis Neandertal" bis 2015 aus eigenen Mitteln zu finanzieren.

Die Gesamtkosten für den Kreis und die Projektpartner, die Städte Mettmann und Erkrath und die Stiftung Neanderthal Museum belaufen sich inzwischen auf 1,75 Millionen Euro, wovon die Stiftung und die Städte 700 000 Euro zugesagt haben (die Städte je 100 000).

Zum Projekt gehören auch die Beschäftigung von zwei Rangern für zwei Jahre und die Einstellung einer Tourismusfachkraft zur touristischen Konzeption des Infozentrums für ein Jahr.

(RP)