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Mettmann: Trompete und Orgel bieten Ohrenschmaus

Mettmann : Trompete und Orgel bieten Ohrenschmaus

Matthias Röttger und Norbert Könner gestalteten das Marktkonzert in St. Lambertus.

Dem Pfingstfest gewidmet war jetzt das Marktkonzert in St. Lambertus: Veni, creator spiritus - komm, Heiliger Geist. Nicht ganz traditionell, wie Matthias Röttger in seinen Begrüßungsworten augenzwinkernd bemerkte, denn das Programm wuppte sich vom Barock direkt in die Moderne bis hin zum Jazz.

Mit herrlichen Klängen des englischen Barockkomponisten William Boyce eröffneten Norbert Könner (Trompete) und Matthias Röttger an der Orgel das sehr gut besuchte Marktkonzert. The Book Of Love von Stephin Merrit (geb. 1965) beeindruckte durch herrliche Harmonien auf der Trompete, die die Orgel mit einer zweiten Stimme begleitete. Der Choral aus dem Gotteslob "Komm, Heiliger Geist" war schon sehr modernisiert. Die Orgel bot einen fülligen Klangteppich über dem die Trompete schwebte. Herrliche Wechsel zwischen den beiden Instrumenten leiteten über zu jazzigen Improvisationen.

Der musikalische Hausherr in St. Lambertus glänzte mit einem Orgelsolo von Klemens Schnorr (geb. 1949). Moderne Motive reihten sich aneinander und Röttger variierte diese in verschiedenen Registern. Die Jazz-Standards von den - man möchte schon sagen - Jazz-Oldies, waren doch alle drei in der 30-er Jahren geboren, begeisterten durch farbige Motive, wunderschöne Wechsel zwischen Trompete und Orgel. Nach den "Stolen Moments"- gestohlenen Momente - von Oliver Nelson, bei denen schon farbenfroh improvisiert wurde, begeisterten die "Footprints" (Fußspuren) von Wayne Shorte besonders, denn sie hinterließen wahrlich ihre Spuren auf einem weichen Untergrund der Orgel. Die Improvisationen, mit denen Norbert Könner (Nomen est Omen) den Kirchenraum füllte, waren grandios, und die "Little Sunflower" von Freddie Hubbard strahlte ihrem Namen gerecht mit verspielten Melodien. Noch einmal bat die Orgel allein um Gehör: Matthias Röttger bemühte wiederum das Gotteslob und das nahende Pfingstfest: Veni, Creator Spiritus von Hans- Jürgen Kaiser (geb. 1959) war von großer Intensität geprägt und ließ inniges Flehen erspüren. Mit Henry Purcells Sonate B-Dur begeisterten die beiden Musiker nochmals mit barocken Klängen. Mit einer Zugabe bedankten sich die Künstler für den verdienten Beifall.

Es war ein Ohrenschmaus, die beiden Instrumente waren exzellent gespielt von Matthias Röttger und Norbert Könner. Norbert Könner spielt übrigens "nur" im Nebenberuf die Trompete - hauptberuflich ist er Manager in der Wirtschaft.

(eise)