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Wülfrath: Treue Leser eingeladen

Wülfrath : Treue Leser eingeladen

Wülfrather Medien Welt freut sich über breitgefächerte Kundschaft.Die Stadtbücherei besteht seit 100 Jahren. Seit sechs Jahrzehnten kommt Hannelore Kuchenbecker.

„Wir wollten vorstellen, wie vielfältig unsere Leserschaft ist“, sagte Monika Twellmann, neben Angela Rosche Leiterin der Wülfrather Medien Welt. Insgesamt zählt die Medien Welt 5 800 Leser und Leserinnen – Wülfrather, die mindestens einmal im Jahr etwas ausleihen. Zum 100-jährigen Bestehen der Stadtbücherei versammelte Monika Twellmann in der Medien Welt jetzt über 20 Leser und Familien, die beispielhaft für die breitgefächerte Bücherei-Kundschaft stehen. Ältere, „mittelalte“, lesefreudige Jugendliche wie David Gerhold, junge Familien, wie Kuhlmann und Wehner, deren Kinder sich in der Einrichtung zwischen Büchern und Spielen bereits sehr heimisch fühlen.

Buchausleihe kostete zehn Pfennig

20, 30, 40 Jahre Zugehörigkeit zu der Bücherei, ist bei älteren Lesern keine Seltenheit. „Ich habe schon Bücher um 1943 ausgeliehen, als die Bücherei noch in der Parkschule war. Damals kostete die Buchausleihe zehn Pfennig“, erzählte Hannelore Kuchenbecker, eine der treuesten Leserinnen.

Jeder Veranstaltungsbesucher füllte bereitwillig einen Zettel aus, auf dem neben biografischen Daten, bevorzugte Bücher, Beziehung zur Bücherei, auch eingetragen wurde, welches Buch mit auf eine einsame Insel genommen würde. „Wir bewahren alles auf. Für uns sind die Auskünfte auch sehr interessant“, sagte Monika Twellmann.

Über die Frage nach dem für die Insel ausgesuchten Buch entwickelte sich in einem Kreis engagierten Leser eine lebhafte Diskussion. „Ich würde Thomas Mann mitnehmen. Er ist abwechslungsreich, hat ein hohes Sprachniveau und deckt alles ab, was Menschen bewegt“, äußerte sich Edeltraud Geßner. Maria Bünger wollte auf einer Insel am liebsten Märchen lesen. „Mein Mann (Pfarrer i.R. Manfred Bünger) würde die Bibel mitnehmen“, ergänzte sie. Eine Überlegung, der mehrere spontan zustimmten„Richtig, die Bibel. Die ist wichtig. Da ist alles drin.“

In der hohen Wertschätzung der Bücherei waren sich alle einig. Sie lobten die Medien Welt als Bildungseinrichtung. In ihr seien regelmäßig Schüler zu sehen, die mit Hilfe von Nachschlagwerken und anderen Büchern Hausaufgaben machen. Die Medien Welt sei ein beliebter Ort von Kindern, die hier spielten oder in Büchern blätterten.

„Hanebüchen, von Schließung zu sprechen“, meinte Volker Amthor dazu, dass auch die Bücherei auf einer Liste zur Haushaltssicherung der Stadt steht. Hannelore Kuchenbecker schätzte die zentrale Lage und die kompetenten, freundlichen Ansprechpartner, die man auch zu Neuerscheinungen fragen könne, ohne ein Buch mitzunehmen. „Ich würde begrüßen, wenn die Bücherei mehr Geld für Anschaffungen bekäme“, meinte Erika Boese. Angesichts leerer Kassen könne man Buchpatenschaften übernehmen, so Amthor. Er selbst gebe sein Abo, „PM History“, an die Medien Welt weiter.

(RP)