1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Mettmann: Transporte halten Notärzte vom Retten ab

Mettmann : Transporte halten Notärzte vom Retten ab

Fahrten zwischen Kliniken nehmen immer mehr zu. Der Notarzt begleitet sie und fehlt bei Einsätzen.

Täglich müssen Notärzte im Kreis Mettmann die Verlegung eines Notfallpatienten begleiten. Beispielsweise wenn ein Patient einen Herzkatheter bekommt und dies nicht in dem Krankenhaus vorgenommen werden kann, in dem der Patient stationär aufgenommen wurde. Oder wenn es sich um Schlaganfall-Patienten oder Menschen handelt, die eine Hirnblutung erlitten haben, und denen eine Spezial-Klinik wirkungsvoll helfen kann. Der Notarzt fährt dann im Rettungswagen mit und der Notarztwagen fährt hinter her. Im Bedarfsfall kann der Notarzt sofort helfen.

"Solche Fahrten kommen etwa einmal täglich im Kreis Mettmann vor", bestätigt Dr. Arne Köster, der ärztlichen Leiters des Rettungsdienstes im Kreis Mettmann. Diese Regelung sei nicht neu und vom Land vorgeschrieben. Der Notarzt ist während einer solchen Fahrt gebunden. Falls zum gleichen Zeitpunkt ein Notfall eintrete, übernehme der Notarzt aus einem anderen Krankenhaus, beziehungsweise aus einer anderen Stadt den Einsatz.

Diese Transporte führen zu erheblichen logistischen Problemen in den Leitstellen und Rettungsdienstbereichen, weil diese Fahrzeuge für das "normale" Rettungsdienstgeschäft nicht mehr zur Verfügung stehen, schreibt Klaus Lindner, Disponent einer Leitstelle. Auch Lothar Tetard, derzeit stellvertretender Leiter der Leitstelle im Rhein-Kreis-Neuss und elf Jahre Chef der Mettmanner Leitstelle, bestätigt dies. "Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verschärft." In vielen Fällen sähen sich die Kliniken nicht der Lage, einen Arzt aus Personalmangel für diesen Transport abzustellen. Jede Leitstelle habe zudem nur eine bestimmte Anzahl von Rettungswagen zur Verfügung. Es gibt sogenannte Bemessungen (also wie viele Wagen notwendig sind). Die Sekundärtransporte sind dabei nicht berücksichtigt, so Lindner. Er schlägt vor, Checklisten zu erarbeiten, die in Zusammenarbeit mit Kliniken, den Rettungsdienstträgern und den Leitstellen entwickelt werden. Dort soll festgestellt werden, ob tatsächlich ein Notarzt immer den Transport begleiten muss. Der Kreis Mettmann, so Köster, hat mit den Leistungserbringern für die Notarztgestellung (je nach Standort die Krankenhäuser oder die Notarztbörse) Regelungen getroffen für die Gestellung weiterer Notärzte für Verlegungstransporte (zum Teil als zusätzlichen Rufdienst), die weniger zeitkritisch sind. Dies entlaste den Primärnotarzt von solchen Verlegungsfahrten. Die Festlegung der Dringlichkeit liege dabei im Ermessen des jeweils behandelnden, verlegenden Krankenhauses.

  • Julian Hanses (D) hält seine Verfolger
    Motorsport : Porsche Carrera Cup: Julian Hanses fährt couragiert auf Platz vier
  • Ließen beim Wettbewerb Jugend musiziert die
    Musikschüler erfolgreich bei „Jugend musiziert“ : Mettmanner Schlagwerker gewinnen
  • Kreiskämmerer Martin M. Richter geht Ende
    Nach 17 Jahren beim Kreis Mettmann : Kreisdirektor Martin M. Richter geht in den Ruhestand

Derzeit untersucht ein Gutachter, ob der Notarztdienst im Kreis Mettmann noch bedarfsgerecht ist, oder ob nachgebessert werden müsse, sagte Köster. Eine Entscheidung stehe noch aus. Möglicherweise gibt es eine Kooperation mit dem Kreis Neuss, sagt Tetard. Aber: Die Notarztversorgung im Kreis Mettmann sei derzeit gewährleistet, sagt Köster.

(RP)